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Landeszeitung

17. August 2017 | 23:35 Uhr

Heideteich: Gemeinde sucht den Dialog

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Wall darf ohne Genehmigung nicht abgetragen werden

„Owschlag unterliegt einem Wandel. Aber es kann nichts unternommen werden, ohne dass wir als Gemeinde die Finger mit im Spiel haben.“ So lautete das Resümee von Bürgermeisterin Christiane Ostermeyer nach der jüngsten Gemeindevertreterversammlung. Aufgrund von Tagungsordnungspunkt sieben waren zahlreiche Einwohner gekommen: Es ging um den Bebauungsplan Nr. 21 für das Gebiet nordwestlich der Straße Tannengrund und südlich des Heideteichs.

Ostermeyer berichtete, dass es eine Investorengruppe gäbe, die dieses Gebiet gerne erschließen würde. Neben Einfamilienhausgrundstücken seien auch große Gebäude mit Eigentums- oder Mietwohnungen geplant. Der Investor habe im Gespräch bestätigt, dass der B-Plan, so wie er zurzeit vorliege, völlig ausreichend sei. Nun hofft die Bürgermeisterin, dass dieser Plan möglichst zeitnah ausgehängt wird, damit ihn dann vier Wochen lang jedermann einsehen kann.

Träger öffentlicher Belange dürften nur Stellung nehmen zu Punkten, zu denen sie bisher noch nicht Stellung bezogen hätten, so Ostermeyer. 2009 sei der B-Plan fast abgeschlossen gewesen, doch damals sprang ein Investor ab. Deshalb komme es jetzt zu einer erneuten Auslegung. Martin Schmidt als Vertreter der Bürger für Owschlag (BfO) äußerte sich kritisch. Er befürchtet, dass die Naturschutzverbände protestieren werden. Deshalb empfiehlt er, schon im Vorwege den Dialog mit diesen zu suchen. Der Vorschlag fand auch im Publikum viel Zuspruch.

Aufgrund zahlreicher Fragen der Bürger zum B-Plan bat die Bürgermeisterin spontan den Stadtplaner Ernst Potthast zur Versammlung hinzu. Potthast erklärte: „Im Randbereich darf die Bebauung eingeschossig sein, im mittleren Bereich sind bis zu drei Geschosse möglich.“ Die Waldflächen seien aus dem Waldgesetz entlassen worden. Es entstünde weiter entfernt ein neuer Wald. Der Grünstreifen zum Heideteich ist laut B-Plan auf einer Breite von 50 Metern festgelegt und soll Schirm- und Begleitgrün enthalten: Das bedeute, dass Büsche und Laubbäume gepflanzt werden, aber keine Nadelbäume.

Auf die Frage von Gemeindevertreter Hans-Peter Tams (CDU), ob der Wall erhalten bleibe, antwortete Potthast: „So ein Wall kann man ohne Genehmigung nicht entfernen.“ Das ginge nur in Abstimmung mit dem Bauamt beziehungsweise der Unteren Naturschutzbehörde und der Gemeinde. „Wären denn Sichtschneisen im Wall erlaubt?“, fragte Einwohnerin Simone Schröder-Hartwig. Potthast verneinte. Ohne Genehmigung sei auch dies nicht möglich. Die Sorge vieler Einwohner, dass die im Tal liegende Bebauungsfläche aufgeschüttet würde und damit die dreigeschossigen Bauten noch höher würden, zerstreute der Stadtplaner: „Sobald mehr als 30 Kubikmeter bewegt werden, ist eine Genehmigung nötig.“ Auf die Frage, ob der Wanderweg erhalten bleibe, erklärte Potthast, er empfehle der Gemeinde, den Grünstreifen zu übernehmen. Er denke da an eine unentgeltliche Übereignung im Gegenzug dafür, dass die Gemeinde nach Fertigstellung durch den Investor die neu angelegten Straßen übernehmen werde.

Einstimmig beschlossen die Vertreter, dass es eine erneute öffentliche Auslegung des B-Planes geben solle und dass in dieser Zeit ein Vororttermin mit dem BUND, der Unteren Naturschutzbehörde und der Investorengruppe stattfinden solle, so dass ein Dialog geführt werden könne.

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erstellt am 29.Apr.2015 | 14:36 Uhr

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