Kaufvertrag : Heidberg wieder im Besitz der Familie Ahlmann

Familientradition: Hans-Julius Ahlmann hat das Haus und Gelände auf dem Heidberg gekauft, das ursprünglich seinem Urgroßvater Johannes (auf dem Gemälde) gehörte.
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Familientradition: Hans-Julius Ahlmann hat das Haus und Gelände auf dem Heidberg gekauft, das ursprünglich seinem Urgroßvater Johannes (auf dem Gemälde) gehörte.

Die Kirchengemeinde St. Jürgen hat sich von dem Heidberg getrennt. Käufer ist Hans-Julius Ahlmann. Sein Urgroßvater Johannes war ursprünglich der Besitzer des Anwesens.

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21. Januar 2015, 19:00 Uhr

Der Vertrag ist besiegelt: Seit wenigen Tagen ist der Heidberg wieder im Besitz der Familie Ahlmann. Das idyllische Gelände in den Duvenstedter Bergen hatte 1911 der Direktor der Carlshütte, Johannes Ahlmann, gekauft und darauf ein Reetdachhaus gebaut. Mit dem Konkurs der Firma musste das Anwesen 1976 veräußert werden. Die Rendsburger Kirchengemeinde St. Jürgen erwarb die Anlage und war jetzt nach 39 Jahren ihrerseits gezwungen, aus finanziellen Gründen sich von Gebäude, Wald und Wiesen zu trennen. „Der Rückkauf war für mich sehr ergreifend“, gesteht Hans-Julius Ahlmann, Urenkel des Heidberg-Erbauers.

„Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen“, bekennt dagegen Werner Schlenzka, seit über 40 Jahren Kirchengemeinderatsmitglied in St. Jürgen. „Es gab jedoch zwingende Gründe, die wir nicht ignorieren konnten.“ Einer der Hauptgründe sei die unzureichende Ausnutzung des Gebäudes gewesen. „Das wunderschöne Haus stand viel zu oft leer.“ Der Kirchengemeinderat habe sich viele Gedanken über alternative Nutzungskonzepte gemacht. „Wir mussten aber erkennen, dass für solche Pläne sowohl die finanziellen als auch die personellen Voraussetzungen fehlten.“ Die finanzielle Lage der Kirchengemeinde sei nämlich sehr angespannt. „Wir haben einfach zu viele Gebäude im Verhältnis zu der Gemeindegröße“, bestätigt Claudia Heynen. Die Pastorin ist die Kirchengemeinderatsvorsitzende von St. Jürgen. „Wir wollen uns künftig konzentrieren auf den sozial-diakonischen Schwerpunkt.“ Mit diesem inhaltlichen Schwerpunkt sei auch verbunden, dass man nur noch Gebäude unterhalten wolle, die unbedingt für die kirchliche Arbeit benötigt werden. Das seien vor allem die Gebäude in der Ahlmannstraße für die Jugend- und Familienarbeit. Diese Häuser seien dringend sanierungsbedürftig. Der Verkaufserlös des Heidbergs von 750 000 Euro soll daher in die Rücklagen für die Erhaltung der Bausubstanz fließen.

Hans-Julius Ahlmann, geschäftsführender Gesellschafter der ACO-Gruppe, musste nicht lange überlegen, als ihm der Heidberg zum Kauf angeboten wurde und einigte sich mit der Kirche auf den Kaufpreis, der nach übereinstimmenden Angaben deutlich über dem Verkehrswert liegt. Denn: „Hier ist das Nest unserer Familie.“ Schon in den Vorjahren habe er immer mal wieder daran gedacht, den ehemaligen Familiensitz zurückzukaufen. Die Anlage seit mit vielen persönlichen Erinnerungen verbunden. Der Unternehmer hatte den Heidberg in den 70-er Jahren von Käte Ahlmann geerbt, die in den Duvenstedter Bergen regelmäßig die Sommerzeiten verbrachte.

„Das Projekt ist aber keineswegs eine reine Liebhaberei“, kündigt der Geschäftsführer an. Das malerisch gelegene Haus im Naturpark Hüttener Berge soll grundlegend saniert und als Gästehaus für das ACO-Unternehmen genutzt werden. Rund 500  000 Euro will der Besitzer noch in den Ausbau des Heidbergs investieren. „Unsere Kunden aus allen Teilen der Welt können dann dort übernachten und das schöne Schleswig-Holstein kennen lernen.“ Denn leider sei der Norden meist ein unbekanntes Gebiet für seine Besucher. „Der neue Heidberg kann dazu beitragen, die scheinbare Bedeutungslosigkeit unserer Region etwas zu relativieren.“

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