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Landeszeitung

20. September 2017 | 22:00 Uhr

Hehler handelte mit Schnaps

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die eigene Ehefrau belastet einen Angeklagten aus den Hüttener Bergen

shz.de von
erstellt am 03.Apr.2014 | 12:42 Uhr

Am bereits zweiten Prozesstag vor dem Schöffengericht im Amtsgericht Eckernförde belasteten zwei Zeugen einen 31-Jährigen aus den Hüttener Bergen in zwei Anklagepunkten. Zu den Zeugen gehörte auch die Noch-Ehefrau des Angeklagten. Ihm wird Hehlerei mit alkoholischen Getränken vorgeworfen sowie vorsätzliche Hilfe zu unerlaubtem Aufenthalt in Deutschland. Er soll innerhalb von eineinhalb Jahren eine große Menge an alkoholischen Getränken an verschiedene Kunden verkauft und damit rund 40 000 Euro verdient haben. Das Geld habe er laut eigener Aussage nicht auf der Steuererklärung angegeben.

Richter und Schöffen erfuhren von einem Zeugen, dass die Fälschung eines Dokuments dem Angeklagten zur legalen Beschäftigung eines Freundes als Koch dienen sollte, was der 31-Jährige bereits am ersten Verhandlungstag ausgesagt hatte. Anschließend belastete dessen Ehefrau ihren Mann. Sie erzählte von den „kriminellen Sachen“. Er habe sich von einem Freund Alkohol beschaffen lassen, um diesen im Internet zu verkaufen. Der Freund, ein Rumäne, sei tagsüber unterwegs gewesen und abends mit einem Wagen vor die Garage gefahren, um eine große Menge von Flaschen in den Keller oder die Garage zu räumen. Dies wisse die 33-Jährige durch Beobachtungen und aus Telefongesprächen, die sie mitbekam. Sie habe auch gesehen, dass Fotos von den Flaschen für den Online-Verkauf aufgenommen wurden. Um den Preis in die Höhe zu treiben, habe der Angeklagte über verschiedene Accounts mitgeboten.

Die Mutter eines sechsjährigen Sohnes sei durch die kriminellen Geschäfte sowie den psychischen Druck an Depressionen erkrankt und habe mehrere Monate im Krankenhaus und einer Reha-Klinik verbracht. Auch die polizeiliche Untersuchung des Wohnhauses habe sie belastet. Der Verteidiger des Angeklagten fragte sie nach ihrem Motiv, gegen ihren Mann auszusagen, da zurzeit ein Familienverfahren im Amtsgericht läuft. Sie wollte einfach nur die Wahrheit mitteilen, denn „ich durfte nie etwas sagen“, erklärte die Zeugin.

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