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Alt Duvenstedt / Nübbel : Heftige Verluste und ein Riesenerfolg

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CDU in Alt Duvenstedt verliert absolute Mehrheit. In Nübbel Sitzverteilung unentschieden: Muss das Los über Bürgermeister entscheiden?

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erstellt am 28.Mai.2013 | 08:24 Uhr

Alt Duvenstedt / Nübbel | In Alt Duvenstedt hat die CDU ihre bisherige absolute Mehrheit verloren. Die Christdemokraten büßten drei Sitze ein und stellen nur noch vier Gemeindevertreter. Die Alt Duvenstedter Wählergemeinschaft (ADW) hingegen legte kräftig zu und steigerte sich von drei auf fünf Sitze. Die SPD gewann ein Mandat hinzu und hat jetzt vier Vertreter im Gemeinderat.

"Das ist ganz schön heftig", kommentierte Bürgermeister Peter Eichen das Ergebnis, von dem sich seine Partei überrascht zeigte. Für die Gemeindevertretung sei die neue Konstellation eine "gewaltige Veränderung", meinte Eichen.

"Ein Riesenerfolg für uns", freute sich Heiko Bruhn (ADW) über den Stimmenzuwachs der Wählergemeinschaft. "Bisher hat hier immer die CDU regiert." Zusammen mit der SPD werde die ADW einige Grundsatzentscheidungen, die die CDU mit ihrer Mehrheit vor der Wahl gefasst hat, wieder zurücknehmen. Bruhn nannte als konkrete Beispiele den Bau eines großen Parkplatzes auf dem Gemeindegrundstück hinter der Arztpraxis und die Errichtung von zwei weiteren seniorengerechten Wohnungen auf der Fläche. "Es wird harmonischer in der Gemeindevertretung", kündigte Bruhn an, der das beste Ergebnis aller Kandidaten in Alt Duvenstedt erreichte.

In Nübbel konnte sich das "Bürgerforum Nübbel", bisher mit drei Sitzen in der Gemeindevertretung, mit allen sieben Direktkandidaten durchsetzen. Die Kommunale Wählergemeinschaft (KWG) mit Bürgermeister Rudolf Ehlers an der Spitze rutschte um einen Sitz auf nunmehr drei ab. Auch CDU und SPD verloren jeweils einen Sitz und stellen drei Vertreter im Gemeinderat. Das seit Jahren kontrovers diskutierte Thema "Windkraft" habe zu dem Erfolg des BFN geführt, meinte Ehlers in seiner ersten Analyse. KWG, SPD und CDU hatten sich für die Ausweisung von Flächen für Windkraftanlagen ausgesprochen, das Bürgerforum war dagegen.

"7 : 7 Sitze - wir müssen schauen, wie das weitergeht", sagte Ehlers. Auf jeden Fall gebe es in Nübbel eine gänzlich neue Situation.

Kirsten Haas, Direktkandidatin des BFN und Mitinitiatorin der beiden Bürgerentscheide gegen Windkraftflächen, sieht einen Zusammenhang mit dem Windstreit der letzten Jahre: "Mit diesem Wahlausgang unterstreichen die Wähler das Ergebnis des Bürgerentscheids." Dieses bestätigt auch der 1. Vorsitzende, Jens Gellenbeck: "Natürlich hat die Windauseinandersetzung bei der Wahl nachgewirkt." Die konstituierende Gemeinderatssitzung am 19. Juni verspricht spannend zu werden. Die 14 Gemeindevertreter werden dann aus ihrer Mitte einen Vorsitzenden wählen, der gleichzeitig auch Bürgermeister wird. Kann kein Bewerber eine einfache Mehrheit erreichen, entscheidet ein Losverfahren.

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