Hohe Straße : Hausbesitzer wollen kein Straßendach

Mit Dach wäre das Wetter in der Hohen Straße kein Thema mehr: Vor dem Bau aber  sind noch einige Probleme zu lösen. Foto: Sopha
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Mit Dach wäre das Wetter in der Hohen Straße kein Thema mehr: Vor dem Bau aber sind noch einige Probleme zu lösen. Foto: Sopha

In Rendsburg soll die Einkaufsmeile Hohe Straße mit einer Plane überdacht werden - wenn es nach Geschäftsmann Hugo Bädtker geht.

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07. Januar 2011, 12:24 Uhr

Rendsburg | Die Idee, die Hohe Straße in Rendsburg zu überdachen, kursiert schon seit vielen Jahren - bisher aber wurde nie ernsthaft versucht, sie in die Praxis umzusetzen. Jetzt aber macht der Geschäftsmann Hugo Bädtker zusammen mit der Mittelstandsvereinigung der CDU Ernst (wir berichteten). Spätestens ab Herbst 2011 sollen die Kunden in der Rendsburger Fußgängerzone vor Regen und Schnee geschützt sein, lautet das Ziel.
Eine lichtdurchlässige Plane in etwa zehn Metern Höhe soll vor schlechtem Wetter schützen und gleichzeitig den Eindruck vermitteln, man sei an der frischen Luft. Bädtker und seine Mitstreiter versprechen sich von dem Dach ein Alleinstellungsmerkmal für die Stadt, mit dem man werben und weitere attraktive Geschäfte anlocken kann. Finanziert werden soll das Projekt über das sogenannte PACT-Verfahren. Die anliegenden Immobilienbesitzer müssen zahlen - wenn sich nicht mindestens 30 Prozent dagegen aussprechen.
Die Eigentümer sind dagegen
Inzwischen haben sich jedoch weitere Hindernisse für die Realisierung ergeben. "Wir haben unsere Bauvoranfrage zurückgenommen", sagte Bädtker. Grund dafür ist die Tatsache, dass in der Hohen Straße eine Gasleitung verläuft - und ein Dach über einer solchen Leitung aus Sicherheitsgründen nicht zulässig ist. Bädtker ist sicher, dass es für dieses Problem eine Lösung gibt, dafür muss jetzt aber zunächst ein Gutachter eingeschaltet werden. Wenn eine Lösung vorliegt, soll eine neue Voranfrage gestellt werden.
Da für eine Überdachung möglicherweise der Bebauungsplan geändert werden muss, hat die Rendsburger Stadtverwaltung ihre Arbeit begonnen. Dazugehört auch eine Befragung der Immobilieneigentümer. "Das Ergebnis war deutlich negativ, es waren fast alle gegen eine Überdachung, einige haben auch gar nicht geantwortet", fasste Bauamtsleiter Frank Thomsen das Ergebnis zusammen.
"Uns sollte daran gelegen sein, unsere Stadt attraktiver zu machen"
Die Stadtverwaltung steht jetzt vor der Aufgabe, diese Aussagen zu bewerten. "Es gilt die Frage zu beantworten, ob das öffentliche Interesse an einer Überdachung der Fußgängerzone so stark zu gewichten ist, dass es die privaten Interessen der Anlieger in den Schatten stellt", erläuterte Thomsen, der noch keinerlei Aussagen dazu machen konnte, wie die Entscheidung ausfallen wird. "Wir müssen zunächst unsere Hausaufgaben machen und noch vieles hinterfragen", sagte er und kündigte gleichzeitig an, dass die Überlegungen nicht sehr lange Zeit in Anspruch nehmen werden. "Das Thema dürfte noch im ersten Quartal abgehakt sein."
Hugo Bädtker zeigte sich trotz der ausstehenden Entscheidung der Verwaltung und der anschließend erforderlichen Zustimmung der Hausbesitzer zum PACT-Verfahren zuversichtlich. "Ich sehe das alles positiv, schlielßch sollte allen daran gelegen sein, unsere Stadt attraktiver zu machen."

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