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Auseinandersetzung um Preise für Fernwärme : Hausbesitzer im Streit mit der E.ON Hanse Wärme

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Als eine Biogasanlage an das Fernwärmesystem angeschlossen werden sollte, versprach das Unternehmen hohe Preisabschläge. Passiert ist nichts. Jetzt wehren sich die Kunden.

Wieder machen Bürger gegen die E.ON Hanse Wärme mobil. Als das Unternehmen der Gemeinde vor rund drei Jahren mitteilte, dass eine Gruppe von Landwirten eine Biogasanlage plante, war die Begeisterung zunächst groß. Kein Wunder, denn das Unternehmen versprach dem Dorf mehr Gewerbesteuern und den Kunden entlang der Kieler Straße massive Einsparungen. In einem offiziellen Schreiben wurde eine Ermäßigung des Verbrauchspreises von 30 bis 43 Prozent angekündigt.

Die Begeisterung ist inzwischen der Wut gewichen. Rund 1400 Familien beziehen seit Dezember 2010 ihre Fernwärme aus Biomasse, die Preise aber sind nicht gesunken.

Es folgten Proteste, Widersprüche und turbulente Gespräche. Schacht-Audorfs Bürgermeister Eckard Reese, der die Versprechungen der E.ON Hanse Wärme an die Bürger weitergegeben hatte, ist nicht mehr sehr gut auf das Unternehmen zu sprechen. „Es ist mehr als ärgerlich, wie da gehandelt wird. Dass Termine nicht eingehalten und Anfragen nicht beantwortet werden, ist unverfroren. Die E.ON Hanse Wärme scheint das Problem aussitzen zu wollen.“

Einmal kam es dennoch zu einem direkten Gespräch. Am 8. Januar 2013 hielt Jörg Lampe, Geschäftsführer der E.ON Hanse Wärme, vor rund 120 Bürgern und Vertretern der Schacht-Audorfer Kommunalpolitik inklusive Bürgermeister einen Vortrag über die Preisgestaltung der Fernwärme. Die Veranstaltung endete mit einem Eklat, wie aus einem Ergebnisbericht hervorgeht, der auf der Internetseite www.warme-sad.de veröffentlicht wurde. Die Zuhörer hatten offenbar den Eindruck, dass der Geschäftsführer inhaltlich keine Fragen beantworten wollte, die Stimmung wurde hitzig. Schließlich habe der Bürgermeister den Geschäftsführer „eindringlich“ gebeten, den Vortrag abzubrechen und die Veranstaltung mit seinen Mitarbeitern zu verlassen.

Zur Lösung des Problems trug das Treffen nicht bei. Allerdings liegen nach Aussagen von betroffenen Eigenheimbesitzern immer noch keine Abrechnungen für das Jahr 2012 vor – wegen einiger Widersprüche, wie ihnen mitgeteilt worden sei. Noch kurioser: Seit Beginn dieses Jahres hat die E.ON Hanse Wärme bei den Schacht-Audorfer Fernwärme-Kunden auch keine Abschlagszahlungen abgebucht. „Das ist doch ein klares Indiz dafür, dass das Unternehmen weiß, dass es sich rechtlich gesehen auf sehr dünnem Eis bewegt“, sagte ein Kunde während einer Veranstaltung in Schacht-Audorf, in der das weitere Vorgehen besprochen wurde. Die Teilnehmer kamen nicht nur aus Schacht-Audorf, sondern auch aus Osterrönfeld und Meldorf, wo Eigentümer ebenfalls im Streit mit der E.ON Hanse Wärme liegen. Jetzt werden ein Zusammenschluss, Demonstrationen und eine Einladung des Energiewende-Ministers Robert Habeck erwogen.

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erstellt am 01.Okt.2013 | 19:12 Uhr

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