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„Hauen und Stechen“ : Hans-Werner Last streicht die Segel bei den Piraten

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der Abgeordnete für die Piraten im Kreistag Rendsburg-Eckernförde hat die Partei verlassen und sich den Neuen Liberalen angeschlossen.

Im Kreisverband der Piratenpartei kracht es derzeit: Der kommissarische Vorstand bezeichnet den Kreistagsabgeordneten Hans-Werner Last als Heuschrecke und Trittbrettfahrer. Der Vorsitzende Lothar Lemke fordert ihn sogar auf, sein Mandat niederzulegen. Doch Hans-Werner Last denkt nicht daran. Er hat die Partei gewechselt und möchte die Partei Neue Liberale künftig im Kreistag vertreten.

Auf seiner Internetseite gibt der Piraten-Kreisverband seit vergangenem Sonntag bekannt, dass Last aus der Partei ausgetreten ist. „Der Vorstand bedauert, dass wir die Absicht von Hans-Werner Last, die Piraten nur als Sprungbrett für seinen eigenen Geltungsdrang zu benutzen, zu spät erkannt haben“, schreibt Lothar Lemke dort. Lasts Interesse an den Neuen Liberalen und dessen öffentliche Abwendung von den Piraten zu „Bürger für Rendsburg-Eckernförde“ habe unter den Parteimitgliedern zu Irritationen geführt. Zudem sei der Kreisverband froh, „dass die Zeit des Trittbrettfahrens vorbei ist“. Zudem bitte er seine Wähler „für die anscheinend schlechte Personalauswahl um Entschuldigung“. Weiter schreibt Lemke: „Somit fordert der kommissarische Kreisvorstand im Namen seiner Mitglieder den Kreistagsabgeordneten Hans-Werner Last auf, etwas Restanstand an den Tag zu legen und sein Mandat zurückzugeben.“ Nur mit einem Abgeordneten der Piraten im Kreistag könne die Partei dem Wählerwillen entsprechen.

Hans-Werner Last bestätigte der Landeszeitung gestern, dass er aus der Partei ausgetreten ist. Die Initiative sei jedoch nicht von ihm ausgegangen. Die stellvertretende Landesvorsitzende Anne Burmeister habe ihm am 22. Oktober per E-Mail mitgeteilt, dass er „kein Pirat mehr“ sei. Das habe er zwei Tage später in seiner Antwort angenommen. Er ist sich sicher: „Anne Burmeister geht es um mein Mandat.“ Aber: „Ich bleibe im Kreistag.“ Letztendlich sei er aber froh, nicht mehr in der Partei zu sein, denn er habe ein Hauen und Stechen erlebt, wie er es nur aus Filmen kenne. „Wer eine andere Meinung hat, wird versucht, mundtot zu machen“, sagte er. Zudem habe er die Mitbestimmung vermisst, für die sich die Piraten immer gerühmt haben. In einem Fall seien zum Beispiel 2000 Euro als Darlehen vom Kreis- an den Landesverband geflossen, ohne dass die Mitglieder davon wussten. In erster Linie habe er sich jedoch als Einzel-Abgeordneter ohne Fraktionsapparat im Hintergrund von seiner Partei im Stich gelassen gefühlt. Niemand habe ihm zugearbeitet oder seine politischen Ansinnen unterstützt. „Ich lasse mich doch nicht verbrennen“, sagte er. Lothar Lemke bestreitet das, Last habe es durch seine „sehr eigene Art“ nicht vermocht, die Mitarbeiter mitzunehmen.

Ende September hat Last die Aufnahme bei den Neuen Liberalen beantragt. Darin sah er kein Problem, weil beide Parteien die Doppelmitgliedschaft erlauben. Das sahen die Piraten jedoch offenbar als Grund, ihm den Austritt nahezulegen.

Laut Kreissprecher Martin Schmedtje hat der Austritt keine Auswirkungen. Er prüfe jetzt, ob Last als parteilos oder als „Neuer Liberaler“ im Kreistag geführt wird. Hans-Werner Last war bereits von 2008 bis 2011 für die Partei Die Linke Bürgerliches Mitglied im Kreistag.

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erstellt am 28.Okt.2014 | 06:00 Uhr

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