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Nato-Flugplatz : Hans-Peter Bartels: „Wir brauchen Hohn bis 2025“

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Vorsitzender des Verteidigungsausschusses verlängert die Prognose für das Lufttransportgeschwader 63 um sieben Jahre.

Die Hoffnung der Soldaten des Lufttransportgeschwaders 63 in Hohn auf einen längeren Verbleib der Flugzeuge vom Typ Transall C-160 an ihrem Standort hat neue Nahrung erhalten. „Nach meiner Prognose werden wir den Standort Hohn noch bis 2025 brauchen“, sagte Hans-Peter Bartels (SPD), Vorsitzender des Verteidigungsausschusses und designierte Wehrbeauftragter des Bundestages, gestern unserer Zeitung.

Hintergrund sind die anhaltenden Probleme bei der Auslieferung des Airbus A  400  M. Das Transportflugzeug soll die Transall ablösen. Als einziger Standort für den A  400  M dient Wunstorf in Niedersachsen. Der Standort Hohn soll dann geschlossen werden. Zuletzt wurde als Zeitpunkt für die Auflösung des Nato-Fluplatzes Hohn Ende 2018 genannt (wir berichteten).

Jetzt geht das Verteidigungsministerium in einem vertraulichen Bericht an den Bundestag davon aus, dass wegen massiver Verzögerungen bei der Entwicklung des A  400  M die bis zu 46 Jahre alten Transall-Flieger länger genutzt werden müssen als geplant. Andernfalls würde mit einer Wahrscheinlichkeit von 90 Prozent ab 2018 eine „Fähigkeitslücke“ beim Lufttransport entstehen. Dieses Szenario könne „sicher“ nur durch die Verlängerung der Nutzung der C-160 über 2018 hinaus verhindert werden, hieß es.

Der Kommodore des Lufttransportgeschwaders 63, Oberst Hartmut Zitzewitz, sagte zu der Prognose von Hans-Peter Bartels: „Darüber würde ich mich freuen. Ich kann sie im Augenblick aber nicht bestätigen.“ Nach seiner Kenntnis werden derzeit verschiedene Optionen geprüft wegen der Verzögerungen beim A  400  M. Doch es gelte zunächst noch der bereits bekannte Termin im Jahr 2018. Auf dem Nato-Flugplatz Hohn sind derzeit 16 Transall-Maschinen stationiert. Insgesamt sind am Standort etwa 1200 militärische und zivile Mitarbeiter beschäftigt.

Insgesamt hat Deutschland 53 Exemplare des neuen Militärflugzeugs bestellt. Die erste Maschine des neuen Typs wurde im Dezember an die Bundeswehr ausgeliefert. „Wir haben erst einen A  400  M, den wir nicht richtig einsetzen können“, sagte Hans-Peter Bartels. Unter den zahlreichen aufgelisteten Problemen ist das Fehlen eines Schutzsystems am gravierendsten. Dieses wird für gefährliche Einsätze wie in Afghanistan oder im Irak zwingend benötigt.

Für mehrere Systemkomponenten seien nun aber Nachentwicklungen nötig, heißt es in dem Bericht an den Bundestag. „Daher besteht das Risiko, dass insbesondere der Selbstschutz des A  400  M wesentlich später als zum vertraglich geschuldeten Zeitpunkt 2016 zur Verfügung steht.“ Hans-Peter Bartels sagte dazu: „Bisher gibt es noch keinen belastbaren Auslieferungsplan für den A  400  M. Mit diesem ist Mitte des Jahres zu rechnen, dann werden wir wissen, wie viele Transall wir noch brauchen.“ Deshalb sei der Verbleib der Transall in den nächsten Jahren notwendig.

Auch die Ausbildung für dieses Flugzeug solle aufrecht erhalten bleiben. Denn bis alle Piloten für das neue Flugzeug ausgebildet werden können, „wird es noch dauern“. Mit der Zeit werde der Bedarf „wohl immer weniger, aber wir brauchen die Transall noch“.

Hohns Bürgermeister Jürgen Kuhrt hatte bereits nach dem Besuch des Inspekteurs der Luftwaffe, Generalleutnant Karl Müllner, im Februar am Standort Hohn auf Nachfrage der Landeszeitung gesagt, dass sich die Gemeinde freuen würde, wenn der Standort länger erhalten bliebe als derzeit geplant. „Wir haben ein gutes Verhältnis zur Bundeswehr in Hohn“, sagte Kuhrt. Doch das Problem der Gemeinde – was mit der riesigen Fläche des Flugplatzes anzufangen ist – werde dadurch nur verschoben.

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erstellt am 21.Mär.2015 | 00:00 Uhr

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