Handy-Eltern nerven ihre Kinder

Wollen Eltern sensibilisieren: Kirsten Doormann und Sven Hartrich werben für die Aktion.
Wollen Eltern sensibilisieren: Kirsten Doormann und Sven Hartrich werben für die Aktion.

Jugendpflegerin in Kropp startet Projekt gegen intensive Smartphone-Nutzung / Nachwuchs braucht mehr Aufmerksamkeit

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11. September 2018, 12:50 Uhr

Amtsjugendpflegerin Kirsten Doormann beobachtete es fast jeden Morgen: Eltern, die gemeinsam mit ihrem Kind auf dem Weg zum Kindergarten oder zur Schule. Immer häufiger fiel ihr dabei auf, dass Mutter oder Vater beim Gehen intensiv mit ihrem Smartphone beschäftigt waren – ihren Kindern aber nur wenig Aufmerksamkeit schenkten.

„Das Schlüsselerlebnis war für mich eine Mutter, die eine Sportkarre vor sich herschob, daneben ging ein zweites Kind. Dieses Kind versuchte immer wieder, die Mutter anzusprechen. Die hörte jedoch gar nicht richtig zu, sondern antwortete nur mit einem leichten Brummen“, erzählt Doormann.

Einige Zeit später sah die Amtsjugendpflegerin im Amt Kropp-Stapelholm einen TV-Bericht zur Aktion „Heute schon mit Ihrem Kind gesprochen?“ in Mecklenburg-Vorpommern. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Sven Hartrich beschloss sie, die Aktion in Kropp bekannt zu machen. Die Kindergärten im Amtsbereich waren sofort begeistert und beteiligten sich beim Verteilen von Karten und Plakaten. Auch auf Elternabenden wurde über diese Aktion informiert.

„Wir wollen nicht den Zeigefinger erheben gegen alle Eltern“, erklärte Kirsten Doormann. „Wir wollen lediglich aufmerksam machen und Eltern anregen, ihr Mobiltelefon etwas bewusster zu nutzen und zu überlegen, ob man immer und zu jeder Zeit erreichbar sein muss.“

Die intensive Smartphone-Nutzung und als Folge davon eine reduzierte Aufmerksamkeit für die Kinder bleibt für den Nachwuchs nicht ohne Folgen. In den ersten Lebensjahren ist es wichtig, eine enge Bindung zu dem Kind aufzubauen. „Achten Eltern mehr auf ihr Smartphone als auf ihr Kind, führt dies zu Unsicherheit bei den Jüngsten. Auch die sprachliche Entwicklung eines Kleinkindes wird stark in Mitleidenschaft gezogen“, so Kirsten Doormann.

„Kinder möchten, dass man ihnen zuhört und mit ihnen spricht. Nur dann können sie ihren Wortschatz erweitern.“

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