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Landeszeitung

21. November 2017 | 15:12 Uhr

Aktion : Handwerk ringt um Lehrlinge

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

1600 Schüler besuchen 21. Berufsinformationsbörse. Bis heute kann man sich über mehr als 200 Ausbildungsberufe informieren.

von
erstellt am 10.Nov.2017 | 11:07 Uhr

Kaufmännische Ausbildungsgänge stehen bei Schülern hoch im Kurs, das Handwerk dagegen hat oft das Nachsehen. „Alle wollen in die Weiße-Kragen-Berufe, obwohl es im Handwerk gute Aufstiegschancen gibt“, sagte Sabine Heinze aus dem Organisationsteam der 21. Berufsinformationsbörse (BIB) in Rendsburg.

72 Aussteller präsentieren sich seit gestern im Gewerbegebiet an der Friedrichstädter Straße in den Lehrwerkstätten der Kreishandwerkerschaft und in einer Halle von Mercedes Süverkrüp+Ahrendt. Noch bis heute stellen sie mehr als 200 Ausbildungsberufe vor. 19 Schulen aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde und Schleswig, darunter ein Gymnasium (Kronwerk in Rendsburg), haben mehr als 1600 Jugendliche aus den Klassen 8 bis 10 angemeldet.

Heinze erläuterte, dass Ausbildungsplätze für Industriekaufleute selten ausgeschrieben werden müssten, weil die Firmen auch so genug Bewerbungen erhielten. Dagegen stellte Olaf Thomsen, Ausbilder in den Lehrwerkstätten der Kreishandwerkerschaft, fest: „Handwerksbetriebe werben händeringend um Bewerber, auch in der Ausbildung.“ Er vermutet, dass sich die Schüler vor allem von einem Vergleich der Ausbildungslöhne leiten lassen, nicht aber von den Aufstiegschancen und dem praktischen Mehrwert der Lehre. „Ich muss mein Fahrrad nicht zur Werkstatt bringen und kann auch was am Haus selbst machen“, sagte er.

Nach seinem Eindruck kommen viele Schüler bei der BIB erstmals in Kontakt mit dem Berufsleben. „Für die meisten ist das ein Aufwachen und sie wollen gern Abstand halten.“ Manche Schüler wollten den Berufseinstieg hinauszögern.

Justin von der Gemeinschaftsschule Nortorf gehörte zu den wenigen Interessenten für den Beruf des Kfz-Mechatronikers. „Computer sind nicht so mein Fall. Autos sind sehr interessant“, sagte der 14-Jährige. Vor dem Berufseinstieg wolle er aber das Abitur machen. Auch Lena interessierte sich für die Stände der handwerklichen Berufe. „Ich will da aber nicht unbedingt arbeiten. Ich will Architektin werden“, sagte die 14-Jährige.

Justin Lucas, Mads und Enzo von der Privatschule Mittelholstein ließen sich von der Präsentation der Polizei begeistern. „Die haben es gut rübergebracht“, berichtete Justin Lucas. Mads könnte sich gut vorstellen, bei der Polizei zu arbeiten. „Ich kommuniziere gern mit Leuten und mag die Herausforderung“, sagte der 14-Jährige. Er will einen eintönigen Berufsalltag vermeiden. Gefährliche Situationen in dem Beruf schrecken ihn nicht ab.

Auch ihrem Mitschüler Daniel gefiel die BIB sehr gut. „Die Leute haben uns hier alle sehr gut informiert.“ Er hatte allerdings schon vorher ein festes Berufsziel: Anwalt im Wirtschaftsrecht. „Dafür gab es hier leider keine Infos.“ Vorgestellt wurde der Beruf des Rechtsanwaltsfachangestellten.

Die BIB gibt es seit 1997 in Rendsburg. Veranstalter ist ein Arbeitskreis aus Vertretern des Unternehmensverbands Mittelholstein, der Kreishandwerkerschaft Rendsburg-Eckernförde und der Arbeitsagentur. Das Schulamt und Ehrenamtliche unterstützen das Projekt.

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