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„Störtebeker – Verrat und Hinrichtung“ : Hamweddeler im Hamburg Dungeon: Was beim Erschrecken besonders Spaß macht

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Jan-Hendrik Sievers verbreitet Angst und Schrecken. Der 26-Jährige aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde spricht mit uns über seinen Job.

Jan-Hendrik Sievers sinnt auf Rache: Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Tod des Kultpiraten Klaus Störtebeker zu rächen. Genau genommen ist es nicht Sievers, sondern ein Pirat namens Friedhelm, der sich für den legendären Seeräuber einsetzt. Der 26-jährige Hamweddeler ist nämlich Schauspieler im Hamburger Dungeon. Seit mittlerweile 15 Jahren nehmen Profi-Schauspieler hier Besucher mit auf eine interaktive Reise durch 600 Jahre düsterer norddeutscher Vergangenheit. In der neuen Show „Störtebeker – Verrat und Hinrichtung“ spielt der junge Mann den Piraten Friedhelm aus der berüchtigten Störtebeker-Bande.

Geboren in Rendsburg wuchs Jan-Hendrik Sievers auf dem Hof seiner Eltern in Hamweddel auf. Schon in jungen Jahren begeisterte ihn das Schauspiel: Als Fünftklässler besuchte er auf der Rendsburger Herderschule die Musical-AG, ab der achten Klasse belegte er einen Theater-Kursus. Von 2007 bis 2009 spielte er an der Niederdeutschen Bühne in Rendsburg. „Da haben die Leute mich hin und wieder auf der Straße sogar erkannt“, erinnert sich Sievers. 2009 zog es ihn dann nach Hamburg, um dort das Schauspiel von Grund auf zu lernen. Nach Abschluss seiner Ausbildung folgten Engagements unter anderem am Volkstheater Geisler in Lübeck und im Tourneetheater Hamburg. Seit Mai 2013 ist er im Dungeon als Schauspieler fest angestellt.

„Das Improvisieren hat mich schon während meiner Studienzeit sehr begeistert. Im Dungeon ist jede Show davon abhängig, was die Besucher an Ideen und Kreativität mitbringen. Darauf zu reagieren und diese Dinge einzubauen macht sehr viel Spaß“, so Jan-Hendrik alias Friedhelm über seine Rolle. Die Darsteller beziehen die Besucher stets in das Geschehen mit ein – mit einer gehörigen Portion schwarzen Humors. Jan-Hendrik Sievers Lieblingsrolle ist der Pestarzt. „Ich bin dabei so tollpatschig, dass von mir mehr Gefahr ausgeht als von der Beulenpest.“ An eine Situation erinnert sich der Wahl-Hamburger besonders gern: „In der Show über die Pest zeigen wir eine unechte Ratte. Die fällt Friedhelm aus der Hand. Dabei hat sich ein Mann vor dem Stofftier so erschrocken, dass er seiner Frau direkt auf den Schoß gesprungen ist.“ Ohnehin sind es vor allem die Begegnungen mit den vielen verschiedenen Menschen, die Sievers an seiner Arbeit besonders Spaß machen – und das sind viele. Bis zu 40 Vorstellungen finden pro Tag statt. „Aber das ist schön, weil jede Vorstellung an ders ist.“ Um sich in Friedhelm zu verwandeln, braucht Jan-Hendrik Sievers etwa 30 Minuten. „Man gewöhnt sich da bestimmte Techniken an“, erzählt er.

Heute kommt der Schauspieler noch etwa alle zwei Monate in seine Heimat. Wie momentan, weil sein Großvater 80. Geburtstag feiert. „Hamweddel ist wie die gute, heile Welt. Da kann ich sehr gut neue Kreativität schöpfen.“ Einer seiner Träume für die Zukunft ist es, Filme zu produzieren. „Ich bin ein Mensch, der gern lacht. In die Richtung möchte ich auch gehen.“ So arbeitet er derzeit an dem Pilotfilm für eine Sitcom mit. Doch bis dahin wird Friedhelm im Dungeon noch ein wenig sein Unwesen treiben.

Mit „Störtebeker – Verrat und Hinrichtung“ wird dort zum 15. Jubiläum der vielleicht berühmteste Teil Hamburger Geschichte neu inszeniert. In drei neu gestalteten Showbereichen werden die Besucher Teil der Piratencrew, die im Jahr 1401 ihren Anführer vor der Hinrichtung bewahren soll. Rekrutiert werden sie in einer urigen Hafenkneipe, um dann unter tatkräftigem Einsatz an Steuerrad, Anker und Warnglocke mit dem Schiff zum Grasbrook zu segeln. Dort erwartet sie das letzte Gericht für den Kultpiraten – und ein deutlich verärgerter, weil kopfloser Störtebeker mit entsprechend schnodderigen Sprüchen. Dank moderer Technik erwacht der Kopf täuschend echt zum Leben und tritt mit seiner Piratencrew in Interaktion.

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erstellt am 27.Mär.2015 | 06:00 Uhr

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