Hamburger Friedhof: Ein Platz zum Verweilen und Gedenken

Neues Holzkreuz errichtet / Forstamt spendiert Sitzbank

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05. November 2012, 03:59 Uhr

Kropp | Rechtzeitig vor dem Volkstrauertag haben Vertreter des CDU-Ortsverbandes und der Stiftung Diakoniewerk Kropp, Mitglieder des Bauhofes, des Forstamtes Ascheffel und der Ochsenweg gGmbH ein großes Holzkreuz auf dem "Hamburger Friedhof" im sogenannten Munawald südlich der Kropper Gemeinde errichten können. Möglich war dies durch die Spende des zuständigen Forstamtes, das auch eine Sitzbank zur Verfügung stellte, die an der Erinnerungsstätte aufgestellt wurde.

Auf dem Gelände ruhen über 450 verstorbene Menschen aus Hamburg, die in diesem Waldstück während der Zeit des Dritten Reiches anonym begraben wurden. 1942 wurde das Diakoniewerk, damals "Heil- und Pflegeanstalten mbH in Kropp" genannt, vom NS-Staat beschlagnahmt. Unter anderem wurden hier anschließend Betreute aus Hamburger Pflegeheimen, den Alsterdorfer Anstalten, untergebracht. Über 1000 Menschen wurden nach Kropp zwangsverlegt. Von ihnen verstarben so viele, dass es bald keinen Platz mehr auf dem dorfeigenen Friedhof gab, wo mehr als 600 Opfer des Naziregimes begraben wurden. Die übrigen Toten wurden auf dem Hamburger Friedhof begraben.

Der CDU-Ortsverband Kropp bemüht sich seit dem Frühjahr 2012, den Friedhof als Erinnerungsstätte erkennbar zu machen und einen würdevollen Ort zum Verweilen und Gedenken zu schaffen. Bedauerlicherweise, so teilte Ortsvorsitzender Holger Schwien mit, lehnte es die Hansestadt Hamburg ab, sich am Erhalt der Erinnerungsstätte zu beteiligen.

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