Spül-Analyse : Halbzeit-Ansturm auf die Toiletten

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Fußball-Fans sorgen bei Deutschland-Spielen in der Pause und nach Abpfiff für deutlich erhöhten Wasserverbrauch. Bis zu 710 Kubikmeter flossen durch die Leitungen der Stadtwerke. Die Wasserversorgung ist jedoch gewährleistet.

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27. Juni 2014, 10:17 Uhr

Jeder Fußball-Fan kennt das Problem: Nach dem ein oder anderen erfrischenden Kaltgetränk vor und während des Spiels muss man irgendwann auch einmal aufs „stille Örtchen“. Aber was tun, um keine einzige Minute des Spiels zu versäumen? Die Lösung: Man verkneift sich das Bedürfnis bis zur Halbzeitpause oder bis zum Abpfiff. Auch die 64 000 Menschen, die von den Stadtwerke Rendsburg mit Wasser versorgt werden, bilden da keine Ausnahme.

Anatoli Krüger, Abteilungsleiter der Technischen Dienste und Anlagen der Stadtwerke, hat den Wasserverbrauch vor, während und nach dem Spiel der DFB-Elf gegen die USA analysiert: „Vor dem Spiel war die Abgabe mit 500 Kubikmetern pro Stunde normal.“ Das änderte sich allerdings schlagartig mit dem Anpfiff um 18 Uhr. Der Verbrauch ging auf 300 Kubikmeter herunter. In der Halbzeitpause verdoppelte sich die Nachfrage beinahe. „Er ging auf 710 Kubikmeter hoch“, berichtet Krüger. „In der Halbzeit haben die Leute wohl häufig die Spülung gedrückt.“ In der zweiten Halbzeit zeigte sich ein ähnliches Bild: 300 Kubikmeter Verbrauch während die Partie lief, nach dem Abpfiff ein kurzzeitiger Anstieg auf 710. Eine Viertelstunde nach dem Sieg der deutschen Mannschaft hatte sich die Wassernachfrage dann aber schon wieder bei 500 Kubikmetern eingependelt.

Wenn die deutsche Mannschaft spielt, sind solche Schwankungen nicht ungewöhnlich. „Ich habe die Zahlen von Deutschland gegen die USA mit den Werten von dem Spiel Deutschland gegen England von 2010 verglichen. Die Zahlen sind fast identisch.“ Bei den übrigen WM-Spielen bleibt der Verbrauch indes normal. So gab es während der beiden 22-Uhr-Partien Südkorea gegen Belgien und Algerien gegen Russland keine Spitzen in der Pause.

Sorgen um die Wasserversorgung während der Deutschland-Spiele sind aber unbegründet, denn die fünf Wasserspeicher – unter dem Aschberg, am Armensee, in Büdelsdorf, der Kieler Straße und dem Wasserwerk Süd – werden jede Nacht gefüllt. Bis zu 1400 Kubikmeter Wasser können durch die Pumpen gefördert werden. „Von diesem Wert sind wir bei Deutschland-Spielen aber noch weit entfernt.“ Alle Rendsburger Fußball-Fans können beim Achtelfinale gegen Algerien also getrost ihr Bedürfnis auf die Halbzeit verschieben.

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