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TÜV-Report : Gute Noten unter der Hebebühne

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Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Prüfer ziehen eine positive Bilanz: 51,2 Prozent der Autos, die im vergangenen Jahr an den TÜV-Stationen im Kreis Rendsburg-Eckernförde gecheckt wurden, hatten überhaupt keine Mängel.

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erstellt am 10.Nov.2014 | 18:01 Uhr

Manche Autofahrer leben gefährlich. Weil der Befestigungsmechanismus defekt war, wickelte ein Wagenbesitzer kurzerhand einen Hosengürtel um die Batterie. In einem anderen Fall war ein Fahrer mit einem Pkw unterwegs, bei dem sich eine tote, festgefrorene Ratte auf dem Hauptbremszylinder befand. Solche kuriosen Ereignisse blieben den Prüfern der TÜV-Stationen im Kreis Rendsburg-Eckernförde im vergangenen Jahr jedoch erspart. Im Gegenteil: 51,2 Prozent aller Autos, die auf Herz und Handbremse geprüft wurden, erhielten sofort eine frische Plakette auf dem hinteren Kennzeichen.

„Das ist ein durchaus erfreuliches Ergebnis“, heißt es in der jüngsten regionalen Jahresstatistik, die der TÜV Nord vorgelegt hat. Ausgewertet wurden die Ergebnisse der Hauptuntersuchungen im Kreisgebiet im Zeitraum Juli 2013 bis Juni 2014. Allerdings habe die Medaille auch eine Kehrseite. „Bei immerhin 37 Prozent wurden erhebliche Mängel festgestellt.“ Bei 11, 7 Prozent fielen den Prüfern geringe Schäden auf. Die Wagen mit den mangelhaften Noten mussten umgehend repariert werden, damit sie nicht zu einem Risiko im Straßenverkehr werden. Die Sachverständigen konstatieren insgesamt aber für den gesamten Bereich von TÜV-Nord eine Trendwende. Erstmals sei die Zahl der Autos mit erheblichen Mängeln zurück gegangen. Und die Zahl der Fahrzeuge, die absolut makellos an die Hebebühne gefahren wurden, sei im Vergleich zu den Vorjahren weiter angestiegen.

„Die Hersteller bauen gute Fahrzeuge, die auch nach vielen Jahren noch ohne Mängel auf unseren Straßen unterwegs sein können“, sagt Olaf Meyer, der die Rendsburger TÜV-Station in der Friedrichstädter Straße leitet. „Leider lassen viele Autofahrer aus Bequemlichkeit oder aus Kostengründen Termine zur Inspektion oder Instandhaltung verstreichen und checken ihr Auto auch nicht selbst vor Antritt der Fahrt. Dann können schnell Mängel auftreten.“

Die Unlust zur Wartung zeigt sich auch in der Mängelliste. Bei den häufigsten Defekten liegen Licht und Elektrik in der Statistik weit vorne, gefolgt von Fehlern an Bremsen, Abgasanlage, Achsen und Reifen. Im Bereich Rendsburg-Eckernförde waren bei 100 geprüften Autos 30 Wagen „einäugig“ unterwegs. Was viele Autofahrer scheinbar noch nicht wissen: Seit 2012 gelten ausgefallene oder falsch eingestellte Scheinwerfer oder Blinker als „schwerer Mangel“: Die Prüfer müssen die Plakette verweigern, wenn sie den Fehler nicht als kulante Serviceleistung (etwa bei zu hoch eingestellten Scheinwerfern) durch einen schnellen Handgriff selbst beheben können.

Naturgemäß wächst die Zahl der Gebrechen mit dem Alter. „Der durchschnittliche Pkw, der im Kreis Rendsburg-Eckernförde geprüft wurde, war 9,5 Jahre alt und hatte 119 000 Kilometer Laufleistung auf dem Tacho“, haben die Statistiker errechnet. Offenbar gibt es in der Region viele Fahrer, die ihrem Auto nach dem Motto treu bleiben: „Bis dass der TÜV uns scheidet.“

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