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Konjunkturumfrage : Gute Auftragslage versetzt die Wirtschaft in Frühlingslaune

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Unternehmensverband: Metall- und Elektroindustrie erwies sich als konjunkturstärkste Branche.

shz.de von
erstellt am 15.Apr.2014 | 13:12 Uhr

Jens van der Walle und Michael Thomas Fröhlich wirkten ganz entspannt. Der Vorsitzende des Unternehmensverbandes Mittelholstein und sein Geschäftsführer präsentierten gestern das Ergebnis der jüngsten Konjunkturumfrage unter den Firmen der Region – und die Zahlen fielen weitgehend positiv aus. Die Zeichen stünden auf Wachstum, machten sie deutlich. Allerdings seien – politisch bedingt – einige dunkle Wolken am Horizont erkennbar.

Knapp 50 Unternehmen haben sich an der Umfrage beteiligt. 93 Prozent von ihnen blicken optimistisch auf das gerade begonnene zweite Quartal. Allerdings will nur jeder fünfte Unternehmer seine Investitionen erhöhen. 45 Prozent gehen von einer unveränderten Investitionshöhe aus, 36 Prozent wollen sich einschränken. Die Metall- und Elektroindustrie erwies sich dabei im ersten Quartal als besonders stark. Zwei Drittel der Firmen konnten ihre Auftragslage verbessern. Ihre Geschäftsführer gehen davon aus, das hohe Tempo im zweiten Quartal halten zu können. Im Gegensatz dazu schwächelt der Dienstleistungssektor, der „jahrelang das Zugpferd der Rendsburger Wirtschaft“ gewesen sei. Er leide aktuell unter der schwachen Investitionsbereitschaft durch die öffentliche Hand – aber einen Grundoptimismus gibt es auch hier. In neun von zehn Chefetagen erwartet man einen positiven Jahresverlauf.

In jeder dritten Firma in der Region sollen bis zur Jahresmitte neue Arbeitsplätze geschaffen werden, nur sieben Prozent der Unternehmen wollen den Personalbestand verringern. „Die Beschäftigungszahlen sehen derzeit noch positiv aus“, sagte van der Walle. Das könnte sich allerdings durch neue gesetzliche Regelungen ändern, wie Michael Thomas Fröhlich unterstrich. Konkret bezog er dies auf die Einführung des Mindestlohnes zum 1. Januar 2015. In Branchen, die auch ungelernten Kräften einen Arbeitsplatz böten, könnte das das Beschäftigungsangebot verringern und der Schwarzarbeit einen Auftrieb verleihen. Zudem warnte Fröhlich davor, den Mindestlohn auch für Praktikanten einzuführen, die länger als sechs Wochen in einem Betrieb beschäftigt sind. Dies würde die Zahl der von der Wirtschaft angebotenen Praktikumsstellen stark verringern.

Das Schicksal der Unternehmenslandschaft in der Region ist eng mit der Zukunft der Verkehrsinfrastruktur verknüpft. Zur Rader Hochbrücke, die voraussichtlich nur noch zwölf Jahre nutzbar sein wird, sagte Fröhlich: „Die Größe dieses Problems hat man in Berlin noch nicht erkannt.“ Gemeinsam mit dem Land wolle man in der Bundeshauptstadt die nötige Lobbyarbeit betreiben, um einen Ersatzbau finanzieren zu können.

Wie dringend das geboten ist, veranschaulichte Jens van der Walle an zwei Beispielen. So hätten zwei Logistikunternehmen angekündigt, ihre ihre Standorte in der Region nicht ausbauen zu wollen. Angesichts des Brücken-Desasters und des angekündigten A7-Ausbaus wollen die Firmen stattdessen nach Niedersachsen ausweichen.

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