zur Navigation springen

Heimatgefühle :  „Günther und ich sind wie Brüder aufgewachsen“

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

LZ-Serie „Lieblingsorte – Lieblingsplätze“: Klönschnack mit Rentner Peter Thomsen, dem Vetter von Brillenkönig Fielmann.

Was verbindet Menschen mit dem Ort, in dem sie leben? Welche Erinnerungen werden wach? Und an welche Lieblingsplätze kehren sie gern zurück? Mit alteingesessenen Bürgern unternehmen wir einen Spaziergang durch ihre Heimatgemeinde. In dem heutigen Teil der Serie führt Peter Thomsen durch Stafstedt.

 

Ein Supermarkt inmitten einer 360-Seelen-Gemeinde ist heutzutage schon etwas ganz Besonderes. So ist der Frischemarkt Thomsen aus Stafstedt nicht mehr wegzudenken und fungiert seit vielen Jahren als Mittelpunkt des Dorfes. Bis 2013 wurde das Geschäft von Peter Thomsen geleitet, einem echten Stafstedter „Urgestein“, dessen Familie den Ort prägte, wie vielleicht keine zweite.

Gegründet wurde der Frischemarkt vor 108 Jahren von Marie und Klaus Thomas Thomsen, den Großeltern von Peter Thomsen. Mittlerweile übergab dieser die Geschicke des Geschäfts an seinen Sohn Lars. „Menschen, die kein Auto haben, wissen in vielen Orten nicht, wo sie einkaufen sollen, das ist bei uns nicht der Fall“, freut sich Peter Thomsen.

Gern erinnert sich der im Jahr 1939 geborene Rentner noch an die Zeit, in der die Kleinbahn „Rosa“ durch Jevenstedt fuhr. „Man konnte damit von Schenefeld nach Rendsburg fahren. Die Bahn hielt fast in jedem Dorf“, erzählt Peter Thomsen. Er selbst sei nicht damit gereist, sagt er weiter, „doch wir haben immer die Waggons auf dem Abstellgleis hin und her geschoben.“

Dort, wo sich früher die Viehverladestation und ein Schrotschuppen befanden, stehen mittlerweile zwei Bänke und ein Tisch, an dem Reisende, die beispielsweise auf dem durch Stafstedt verlaufenden Ochsenweg unterwegs sind, häufig eine Rast einlegen. Diese Sitzmöglichkeiten wurden übrigens auf Anregung der Familie Thomsen aufgestellt. Eigentlich bedauere er es, dass es so etwas wie die „Rosa“ heutzutage nicht mehr gebe, meint Peter Thomsen.

Unweit des Rastplatzes fließt die Luhnau. Auch mit diesem Fluss verbindet der Stafstedter „Ureinwohner“ zahlreiche schöne Erinnerungen aus seiner Kindheit. „Die Luhnau konnte man mit einem Damm aufstauen und dann Fische fangen“, erklärt er. In den 60er-Jahren wurde der Fluss jedoch im Rahmen einer Flurbereinigung begradigt. „Dadurch sind alle Fische gestorben, mittlerweile schwimmen aber wieder welche“, hat Peter Thomsen beobachtet.

Was immer Peter Thomsen in den ersten Jahren seine Kindheit alles erlebt haben mag, bei seinen Abenteuern war er wohl fast nie allein unterwegs. Mit seinem Cousin, dem Brillen-Unternehmer Günther Fielmann, verband ihn eine innige Freundschaft. „Wir sind wie Brüder aufgewachsen“, betont Peter Thomsen. Mit zehn Jahren musste Günther Fielmann jedoch nach Hamburg umziehen. „In den Ferien ist er aber häufig mit seinem Fahrrad auf Besuch nach Stafstedt gefahren. Es war ein Kinderrad, und er ist auch als junger Mann noch damit gefahren“, weiß Peter Thomsen zu berichten.

Günther Fielmann war es auch, der der Gemeinde im Jahr 2005 ein neues Feuerwehrgerätehaus an dem nach ihm benannten Platz unweit des Frischemarktes spendierte. „Er konnte diese Ecke einfach nicht mehr leiden. Daher wurde dort das neue Gerätehaus erbaut“, erklärt Peter Thomsen. Somit wurde der Günther-Fielmann-Platz vollends zum Mittelpunkt des Dorfes. Dieser befand sich früher einige hundert Meter weiter rund um die ehemalige Meierei. Neben Supermarkt und Feuerwehr steht hier auch das Gemeinschaftshaus, das 1974 in dem geschlossenen Schulgebäude entstand. „Das Dorfleben hat sich einfach hier zum Platz verlagert“, sagt Peter Thomsen. Hier finden zahlreiche Feierlichkeiten sowie Sitzungen der Gemeindevertretung statt.

Peter Thomsen wurde in Stafstedt geboren und denkt gar nicht daran, aus dem Dorf wegzuziehen. „Meine Familie und ich fühlen uns hier sehr wohl. Es gibt fast alles, was wir brauchen. Stafstedt ist unser Zuhause“, betont er.

 

 

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 19.Sep.2014 | 09:40 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert