Schule Hohe Geest : Günter Grass besucht Gymnasiasten

Grass-Gemälde: WPK-Leiter Torsten Stellmacher (links) und Melina Koch mit zwei Bildern des Nobelpreisträgers, zu denen Jonas Braubach Gedichte verfasst hat.
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Grass-Gemälde: WPK-Leiter Torsten Stellmacher (links) und Melina Koch mit zwei Bildern des Nobelpreisträgers, zu denen Jonas Braubach Gedichte verfasst hat.

Hohenwestedter Schüler bereiten eine Gemeinschaftsschau mit dem Literaturnobelpreisträger vor. Er ist Pate ihrer Schule.

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25. März 2014, 06:00 Uhr

Literaturnobelpreisträger Günter Grass kommt am 2. Juli nach Hohenwestedt, um eine Gemeinschaftsschau zum Thema Wald mit Gymnasiasten der „Schule Hohe Geest“ (SHG) zu eröffnen und im Park Wilhelmshöhe für alle Schüler aus seinem Werk zu lesen. 20 Neuntklässler des Wahlpflichtkurses (WPK) „Waldlust statt Schulfrust“ leisten die vielfältige organisatorische Vorarbeit für die Ausstellungseröffnung.

Als Deutsch- und Philosophielehrer Torsten Stellmacher zu Beginn des Schuljahrs 2012/13 den WPK „Waldeslust statt Schulfrust“ ins Leben rief, wurde eine Gemeinschaftsschau mit Günter Grass schon ins Auge gefasst. Stellmacher hat bereits 2003 eine Grass-Ausstellung mit Kieler Gymnasiasten in der Landesbibliothek veranstaltet und gehört seit 2012 zum Beirat der „Günter und Ute Grass“-Stiftung. Die WPK-Schüler assistierten der Stiftung Klimawald bei der Organisation des Weltrekordversuchs, bei dem am 18. Dezember 2012 fast 1400 Schüler und Lehrer im Hohenwestedter Stadion den größten „lebendigen Weihnachtsbaum“ bildeten. „Wir wollten zum Ausdruck bringen, dass dieser Weltrekord kein Publicity-Gag war, sondern dass wir die Themen Wald und Klimawandel ernst nehmen“, erklärt Stellmacher mit Blick auf den 2. September 2013, als die SHG zur ersten „Klimawald-Schule“ Deutschlands ernannt wurde.

SHG-Leiter Hans Christian Behrendt hatte die Idee, Grass als Paten für die „Klimawald-Schule“ zu gewinnen, und der Nobelpreisträger erklärte sich dazu bereit. Am 8. November besuchten die Neuntklässler ihren „Paten“ in dessen Büro in Lübeck und in dessen Eigenheim in Behlendorf. Bei der Grass-Stiftung durften sich die Schüler 20 Grass-Gemälde aussuchen, die bei der Ausstellung in der SHG gezeigt werden sollen. Außerdem interviewten die Gymnasiasten den Schriftsteller fast zwei Stunden lang. Die Transkription des Gesprächs ist derzeit ein Arbeitsschwerpunkt. „Unser Ziel ist es, das gesamte Interview bis zu den Osterferien in Textform zu übertragen“, erklärt Stellmacher, „falls wir es schaffen, einen Katalog zur Ausstellung herauszugeben, könnte das Interview dort zusammen mit Fotos von unserem Besuch abgedruckt werden.“

Bei der Ausstellung vom 2. bis 9. Juli in der SHG sollen neben Bildern und Büchern auch Skulpturen von Grass gezeigt werden. Auch eine Lesung im Park Wilhelmshöhe ist geplant.

„Unsere Hauptaufgabe im WPK besteht darin, die Doppelausstellung mit Grass organisatorisch auf die Beine zu stellen, aber wir sind auch kreativ tätig geworden“, sagt Stellmacher. Inspiriert von einem „Nord Art“-Gemälde von Josh Hollingshead haben Verena Harders, Finja Walter, Tessa Marten, Darina Niemann und Sarah Engelmann ein anspielungsreiches „Wimmelbild“ gemalt, in dem sich unter anderem auch ein Porträt des „Paten“ Grass befindet. Eine andere Gruppe hat kleine Eulen, Eichhörnchen, Hasen, Pilze sowie eine Grass-typische Pfeife getöpfert. Jonas Braubach hat Gedichte zu den Grass-Gemälden „Rötelbaum“ (1986) und „Tote Eule“ (1989) verfasst, und Jessica Eggers hat ein Gedicht geschrieben, zu dem Jonas Braubach dann ein passendes Bild gemalt hat.

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