Mastbrook : Grünes Licht für Mehrzweckhalle

So soll der Neubau aussehen, der sich in unmittelbarer Nachbarschaft zur Stadtteilschule Mastbrook (rechts) befindet. Die Kosten belaufen sich nach einer aktuellen Kalkulation auf 6,5 Millionen Euro.
So soll der Neubau aussehen, der sich in unmittelbarer Nachbarschaft zur Stadtteilschule Mastbrook (rechts) befindet. Die Kosten belaufen sich nach einer aktuellen Kalkulation auf 6,5 Millionen Euro.

Ratsversammlung beschließt Bau der Mehrzweckhalle trotz zwölf Gegenstimmen.

shz.de von
09. Juli 2015, 18:30 Uhr

Rendsburg Gute Nachricht für den Stadtnorden, schlechte für den Kämmerer: Die Ratsversammlung hat den Bau der Mehrzweckhalle Mastbrook beschlossen. Mit 17 Stimmen von SPD, Grünen und SSW wurde das 6,55 Millionen  Euro teure Projekt auf den Weg gebracht. CDU und Modernes Rendsburg plädierten im Grundsatz für die Halle, votierten wegen der um 72 Prozent gestiegenen Baukosten aber dagegen (zwölf Stimmen). Ursprünglich  war das Schlüsselprojekt des Fördergebiets „Soziale Stadt Mastbrook“  mit 3,8 Millionen Euro veranschlagt worden.

„Wir haben Erwartungen geweckt, jetzt wird erwartet, dass die Politik auch Wort hält“, begründete SPD-Fraktionsvorsitzender Helge Hinz das geschlossene „Ja“ seiner Partei.  Ganz Mastbrook brauche die Mehrzweckhalle dringend. Nun müsse bei den Planungen eine intensive Begleitung durch den Bauausschuss erfolgen.

Norbert Klan (Grüne) verknüpfte seine Zustimmung mit der Aufforderung, nach weiteren Einsparmöglichkeiten zu suchen. „Wir stehen zu diesem Projekt, es hat bei aller Kritik an den Abläufen eine hohe Bedeutung.“ Auch beim Eigenanteil der Stadt dürfe es jetzt definitiv keine Veränderungen mehr nach oben geben, so Klan.

Einmal mehr wurde die Verwaltung für die Vorplanungen hart kritisiert. Sabine Stechmann (Modernes Rendsburg) betonte, dass ihre Fraktion zu der Mehrzweckhalle stehe, die Steigerung der Kosten sei aber „unglaublich“.  Thomas Krabbes (CDU) begann mit dem Satz „Aufbruch für Mastbrook – Einbruch für die städtischen Finanzen“. In Rendsburg agiere und gestalte die Verwaltung, nicht die Politik. Um den hohen Preis für die Halle zu veranschaulichen, zog Krabbes den Neubau der Dörfergemeinschaftsschule  in Todenbüttel als Vergleich heran. Dort habe der Quadratmeterpreis für das gesamte Projekt 1934 Euro betragen – in Rendsburg liege er bei 4130 Euro. „Eine Sporthalle für Mastbrook: ja, Räume für Jugendarbeit: ja, als Kombination in einer Mehrzweckhalle: ja – aber nicht zu jedem und um jeden Preis!“, so Krabbes. 

Fest steht mit dem Beschluss: Die Mehrzweckhalle darf höchstens 6547380 Euro kosten. Der städtische Eigenanteil ist von ehemals 1,75 auf nunmehr 3,34 Millionen Euro gestiegen. Davon sind bereits gut 1,6 Millionen Euro in den Haushalt beziehungsweise in das Treuhandvermögen eingestellt worden. Die fehlenden 1,7 Millionen Euro kommen aus dem Treuhandtopf Neuwerk-West/Eiderkaserne und belasten die Haushalte 2015 und 2016 nicht. Sie werden 2017 fällig und sind noch nicht gegenfinanziert. 

Während die Politik bis zum 7. September pausiert, kann die Verwaltung jetzt Antrag auf Städtebauförderung stellen. Die Ausschreibung des Bauvorhabens werde wohl nicht vor September erfolgen, so Fachbereichsleiter Frank Thomsen. Baubeginn und Fertigstellung lassen sich noch nicht absehen.   Eine weitere Hausaufgabe für den Sommer hat Thomsen noch auferlegt bekommen. Modernes Rendsburg ließ einen Rendsburger Architekten die Planungsunterlagen des Büros A2F fachlich und hinsichtlich der Folgekosten unter die Lupe nehmen. Auch die nachgereichten Sparvorschläge der Berliner Architekten hat der Fachmann überprüft. Ergebnis ist eine achtseitige Stellungnahme, die Ratsfrau Sabine Stechmann  der Verwaltung zukommen ließ. Unter anderem moniert der Experte, dass die Mehrzweckhalle mit Holzpellets beheizt werden soll. Diese Technik könne unnötige Wartungs- und Lagerkosten nach sich ziehen. Weitere Kritikpunkte sind die Kühlung für einen Multifunktionsraum sowie die Bestuhlung für bis zu 600 Menschen. „Es gibt relativ viele Punkte, wo man noch ansetzen könnte“, sagte Sabine Stechmann. „Wir müssen nicht für alle möglichen Situationen die Ausstattung vorhalten.“ höf

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen