zur Navigation springen

Teurer Parken in Rendsburg : Grüne wollen das Parken in der Innenstadt verteuern

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Bauausschuss soll Erhöhung des Stundentarifs um 30 Cent beschließen. „Preisanstieg ist zumutbar“, meinen die Grünen.

Wer sein Auto auf einem kommunalen Parkplatz im Zentrum von Rendsburg abstellen will, muss nach dem Willen der Grünen künftig tiefer in die Tasche greifen. Im Bauausschuss am Dienstag (17 Uhr, Altes Rathaus) will die Fraktion um Ratsherr Klaus Schaffner eine Erhöhung des Stundentarifs um 30 Cent auf dann einen Euro vorschlagen. Die halbe Stunde soll weiter kostenlos bleiben („Brötchentaste“). Der Preis für das Jahresticket wird von 250 auf 350 Euro angehoben, Monatskarten verteuern sich um zehn Euro, sollten die Pläne von einer politischen Mehrheit abgesegnet werden. Durch die Änderung erwarten Schaffner und seine Mitstreiter jährliche Mehreinnahmen für die Stadt in Höhe von 80  000 Euro.

Die Grünen nehmen damit eine Empfehlung aus der Stadtverwaltung wieder auf, den die Politik vor einem Jahr abgelehnt hatte. Einstimmig – auch die Grünen selbst votierten am 25. November 2014 gegen die Parkgebührenerhöhung für das Parkdeck Nienstadtstraße. Damals wie heute wird der Bürgermeister in der Beschlussvorlage darum gebeten, die höheren Tarife auf das Parkhaus am Rathaus und die Stellflächen in der Schleuskuhle und Torstraße zu übertragen. Den Sinneswandel innerhalb seiner Fraktion erklärt Schaffner mit dem jährlichen Minus, das die städtische Parkraumbewirtschaftung verursacht. „Parkdecks sind kostenrechnende Einheiten. Wir müssen das, was sie kosten, erst einmal einnehmen.“ Im vergangenen Jahr betrug der Verlust 150  000 Euro, im laufenden Haushaltsjahr wurde ein Fehlbetrag von 115  000 Euro einkalkuliert. Mit der Erhöhung könne das Jahresminus zumindest halbiert werden, argumentiert Schaffner. Zudem habe er beobachtet, dass das Parken in Eckernförde teurer sei als in Rendsburg. „Bei uns parken Sie eineinhalb Stunden für 70 Cent“, da die Brötchentaste auf die Gesamtparkdauer angerechnet werde. Dies sei beim östlichen Nachbarn nicht der Fall. „Wir sind verglichen mit Eckernförde zu günstig.“ Die Anhebung um 30 Cent pro Stunde sei zumutbar.

Als „Kokolores“ bezeichnet Thomas Krüger, Sprecher der Interessengemeinschaft Holsteiner Straße, den Vorschlag der Grünen. „Das ist ein Ansatz für die Großstadt, aber nicht für Rendsburg“, sagt der Whisky- und Feinkosthändler. „Wo tote Hose ist, kann man keine grüne Politik machen.“ Auch ein Ratsherr der Grünen müsse wirtschaftlich im Sinne der Rendsburger Kaufleute denken. Die negative Außenwirkung überwiege den Nutzen für den Haushalt bei weitem. Vielmehr müsse das Parken in der Innenstadt vereinfacht und billiger werden. Krüger fordert eine Freigabe des Schloßplatzes als kostenlose Stellfläche an Wochenmarkttagen. Nur so könne man erreichen, „dass vielleicht auch einmal ein Eckernförder zum Einkaufen nach Rendsburg kommt“.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 19.Nov.2015 | 11:52 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen