Alt Duvenstedt : Grüne Sträucher sollen schwarze Folie ersetzen

„Nichts geht raus, nichts kommt rein“: Steffen Penning (links) zeigt Ralph Hohenschurz-Schmidt, Tanja Petersen (Kreis Rendsburg-Eckernförde) und Peter Orda (von links) den Aufbau der Abdeckungsschicht.
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„Nichts geht raus, nichts kommt rein“: Steffen Penning (links) zeigt Ralph Hohenschurz-Schmidt, Tanja Petersen (Kreis Rendsburg-Eckernförde) und Peter Orda (von links) den Aufbau der Abdeckungsschicht.

Die Rekultivierung der Mülldeponie in Alt Duvenstedt wird fortgesetzt. Eine Probefläche wurde nun vorgestellt.

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04. Dezember 2014, 06:00 Uhr

„Zurück zur Natur“ lautet die Devise bei der Rekultivierung der zentralen Mülldeponie des Kreises Rendsburg-Eckernförde. Von 1983 bis zur Schließung im Jahr 2005 wurden in Alt Duvenstedt 2,15 Millionen Tonnen Siedlungsabfälle abgelagert.

Schon 1996 wurde ein Viertel der insgesamt 162 000 Quadratmeter großen Ablagerungsfläche endgültig abgedichtet. Jetzt beginnt der 2. Bauabschnitt der Abdichtung. Gestern stellten die Abfallwirtschaftsgesellschaft Rendsburg-Eckernförde (AWR) und die beauftragten Firmen die Baumaßnahme vor.

Seit Jahren ist die Deponie, von der Autobahn 7 gut zu sehen, mit einer schwarzen Folie abgedeckt. Diese „temporäre Abdeckung“ wird jetzt, nachdem die Sackungen in dem Abfallberg nur noch minimal sind, durch eine endgültige Oberflächenabdeckung ersetzt.

Eine 30 Zentimeter dicke Gasdrainage, darüber eine 100-Prozent wasserdichte Bahn, eine Drainageschicht zur Wasserabführung, eine Kiesschicht und eine einen Meter starke Schicht aus Mischboden dichten den Deponiekörper dauerhaft ab. „Nichts geht raus, nichts kommt rein“, fasste der Ingenieur Steffen Penning von der BN Umwelt GmbH die Anforderungen zusammen. Das Deponiegas wird weiterhin abgesaugt, Sickerwasser wird abgeleitet. Die oberste Rekultivierungsschicht wird mit Gras und Sträuchern bepflanzt. Im Herbst kommenden Jahres sollen die Arbeiten auf der 4,1 Hektar großen Fläche abgeschlossen sein. Die Kosten von vier Millionen Euro trägt der Kreis Rendsburg-Eckernförde. Wann die restlichen acht Hektar der Deponie abgedeckt werden, hängt von der Sackung des abgelagerten Mülls ab. „Das kann 2020 werden“, sagte Ralph Hohenschurz-Schmidt. Der AWR-Geschäftsführer wies darauf hin, dass der Kreis eine Rücklage von 21 bis 23 Millionen Euro für die Bau- und Betriebskosten habe, die 30 bis 40 Jahre reichen soll. „Wir müssen schauen, ob das reicht.“ Falls nicht, sei auch eine Gebührenerhöhung möglich. Im derzeitigen Betrieb fallen monatlich 6000 Euro an Stromkosten an.

Bis die ganze Deponie am Rande der Hüttener Berge wieder grün ist, Schafe dort grasen und Spaziergänger über die drei Kuppen laufen, werden noch Jahre vergehen.

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