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Landeszeitung

23. Oktober 2017 | 09:21 Uhr

„Großes Moor“ muss saniert werden

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Umfangreiche Baumaßnahmen im Schülper und Dätgener Moor / Kosten für das Projekt liegen bei rund 200 000 Euro

von
erstellt am 20.Aug.2014 | 14:21 Uhr

Das Ufer und die Dämme seien nicht mehr stabil genug und die erhoffte natürliche Ufervegetation ist nicht ausreichend – nun werden die Flächen der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein im „Großen Moor“ saniert. Gemeinsam mit Vertretern des Wasser- und Bodenverbandes, der Kreisjägerschaft Rendsburg-Ost, Nabu Nortorf, Bürgermeistern der beteiligten Gemeinden und dem Verein Naturpark Westensee – Obere Eider hat die Stiftung zur gemeinsamen Begehung eingeladen. „Denn nur, wenn alle an einen Strang ziehen und gemeinsam arbeiten, lässt sich ein solches Projekt auch umsetzen“, betonte Veronika Breuer, Flächenmanagerin der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein.

Nach dem Ende des Torfabbaus 2007 wurden auf etwa zehn Hektar Flachwasserseen angelegt, die 2010 abgenommen wurden. Nun sind die Dämme altersschwach und müssen vor Erosionen geschützt und die Überläufe saniert werden. Ziel sei es, den „ursprünglichen Zustand wiederherzustellen und deren Sicherheit zu gewährleisten“, heißt es von Seiten der Sitftung. Dass dies derzeit nicht der Fall sei, liege vor allem daran, dass das Torf noch lange nach Abbau gearbeitet hat und die Uferränder zu steil angelegt wurden. „Wir haben hier sehr starke Erosionsvorgänge“, erklärte Dr. Björn Rickert, Planer und Bauleiter des Projekts, den anwesenden Vertretern, „die Angst besteht, dass die Dämme brechen.“

Um dies zu verhindern, setzt ein Bagger derzeit Holzstämme in den Uferrand und Totholzfaschinen werden eingebaut. „Dies ist allerdings nur eine Lösung auf Zeit. Die Materialien zersetzen sich“, erklärte Rickert weiter, „und werden dann später durch die natürliche Ufervegetation ersetzt.“

Im Anschluss an die vorgestellten Sanierungsarbeiten sollen auf einer rund zwei Hektar großen Wiese Biotopmaßnahmen umgesetzt werden. Dort sollen dann vor allem Torfmoose und Wollgras wieder wachsen können.

Die derzeitigen Arbeiten seien allerdings nur eine Vormaßnahme, um im Winter mit einem weiteren Projekt, der Vernässung der Flächen, zu beginnen. „Die jetzt ergriffenen und mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmten Maßnahmen dienen der Vorbereitung umfangreicherer Vernässungsmaßnahmen, die der Verein Naturpark Westensee – Obere Eider geplant hat. Die Stiftung Naturschutz sorgt für deren Umsetzung“, erklärte Breuer. Die unterschiedlichen Maßnahmen seien derzeit jedoch noch im Planfeststellungsverfahren und sollen in einem Teil des rund 450 Hektar großen Komplexes aus Schülper und Dätgener Moor im kommenden Winter und im nächsten Sommer starten.

Die Sanierung- und Vernässungsmaßnahmen finden größtenteils auf stiftungseigenen Flächen statt. „Aber die Stiftung würde gern mehr Flächen kaufen“, betonte Veronika Breuer. Allerdings sei dies nicht immer einfach, denn viele Eigentümer wollen aus unterschiedlichen Gründen nicht verkaufen. „Deshalb ist es uns auch wichtig, dass stetig miteinander kommuniziert wird und Runde Tische mit den unterschiedlichen Beteiligten stattfinden“, forderte Breuer auf. Die Stiftung Naturschutz plant eine sogenannte Parzellenhafte Vernässung. So werde sichergestellt, dass nur innerhalb der Module vernässt wird.

Finanziert wird das Projekt aus Mitteln des Moorschutzprogrammes des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein und dem EU-Förderprogramm „Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des
ländlichen Raums“ (ELER). Gut 200 000 Euro werden die ersten Maßnahmen für die nächsten zwei Jahre kosten. Anschließend müssten neue Fördergelder beantragt werden.

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