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Großes Lob für ein „plattdeutsches Juwel“

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Nördörper Volksgill ehrte Mitglieder /Filmabend mit Altbürgermeister Helmut Greve

shz.de von
erstellt am 13.Sep.2013 | 00:00 Uhr

Die Plätze reichten nicht aus, als sich etwa 60 Mitglieder der Nordörper Volksgill schon eine halbe Stunde vor Beginn der Veranstaltung versammelten, und so wurden eilig noch einige Stühle herbeigeschafft. Der Vorsitzende Hans-Helmut Köppe hatte rund 15 Bücher mit Plattdeutschen Texten im Gepäck. Von Märchen über „Seelüüd bi Hus“ ging es „Krüz un quer“ (auch ein Titel) durch die Versammlung. Plattsnackers waren överall.

Gleich zu Beginn wurden langjährige Mitglieder geehrt. Für jeweils 20 Jahre waren es Annegret Hübner aus Bargstedt sowie Irmgard Holzer, Ingeborg Matzen, Charlotte Pein und Ottine Polten, für 25 Jahre Edeltraud und Hans-Heinrich Meggers (alle aus Nortorf). Vor allem der Letztgenannte wurde besonders hervorgehoben. „Lieber Hans,“ begann Köppe, „du warst lange Jahre 2. Vorsitzender und bist noch immer Beisitzer im Vorstand. Du hast dich immer sehr stark am Zusammenwirken der Volksgill eingebracht und trägst regelmäßig bei den Vereinsabenden vor.“ Zudem besucht Meggers zusammen mit Lotte Kuhrau, einem weiteren Mitglied, einmal im Monat das Imland-Seniorenheim, um die Bewohner dort mit Plattdeutschen Geschichten zu unterhalten. „Du bist ein Juwel für unsere Gilde“, sagte Köppe weiter. Alle Geehrten bekamen Urkunden und Blumen.

Ein besonderer Gast war Helmut Greve, der von 1964 bis 1970 Bürgermeister in Nortorf war. Er hatte seinen Film über den Eider-Canal mitgebracht, den er noch in Super 8 gedreht hatte. Umkopiert wurde der Streifen nun per Videorekorder auf die Leinwand gebracht. Zur Einführung ging er auf die Geschichte des Kanals ein, und so erfuhren die Gäste von der Einrichtung der ersten Krankenkasse in Schleswig-Holstein. Während des Kanalbaus, der 1777 begonnen wurde, erkrankten auf Grund der schlechten hygienischen Bedingungen unverhältnismäßig viele Arbeiter, so das in Bovenau ein Ärztehaus errichtet wurde. Um die Behandlungskosten zu bezahlen, mussten alle einen Teil ihres Lohnes abgeben. So entstand eine Krankenversicherung noch vor Bismarck (1883).

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