zur Navigation springen

Kropp : Großes Herz für griechische Vierbeiner

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Dieter und Waltraut Fischer aus Kropp engagieren sich mit dem Verein „Kreta-Tierhilfe“ für Hunde und Katzen auf der Mittelmeer-Insel.

Es verwundert schon ein wenig, dass kein Bellen zu hören ist, wenn es bei Dieter (69) und Waltraut Fischer (73) in Kropp an der Haustür klingelt. Das Ehepaar setzt sich seit Jahren mit dem Verein „Kreta-Tierhilfe“, den sie im Januar 2008 gründeten, für herrenlose Hunde und Katzen auf der griechischen Mittelmeer-Insel ein.

Ein großes Herz für Tiere haben die Fischers schon lange. „28 Jahre lang haben wir selbst Tiere gehabt“, sagt Dieter Fischer, der auch Vereinsvorsitzender ist. Gebellt wurde bei ihnen zuhause aber selten. Zwei Kater lebten bei ihnen, der zweite verstarb im August dieses Jahres altersbedingt. Einmal sollte ein Mischlingsrüde bei den Fischers einziehen, der auf Kreta ausgesetzt worden war. Doch eine der beiden Katzen kam damit so gar nicht klar. „Filos“, der laut Waltraut Fischer „als eine Handvoll Hund vor einem Laden in Chania“ angebunden worden war, lebt seit mittlerweile elf Jahren bei Bringfriede und Alfred Sievers am Kanal in Rendsburg.

Der Verein mit Sitz in Kropp, der zurzeit 85 Mitglieder hat, unterstützt die Arbeit von Costoula Dornbrach-Stoupi in Nerokouro bei Chania. Dort, im Nordwesten der Insel, betreibt die 74-Jährige das ehemalige Tierheim der Hafenstadt und versorgt aktuell über 400 Tiere. Der Verein sammelt Geld und Sachspenden, die dem Tierheim zugute kommen. Einmal im Jahr nehmen die Fischers mit Mitstreitern eine viertägige Lkw-Fahrt auf sich, um unter anderem Futter, Baumaterial und Medikamente nach Chania zu bringen. Im April dieses Jahres waren sie mit über 3200 Kilogramm im Gepäck unterwegs. Im Vordergrund steht zudem die Vermittlung der herrenlosen Tiere in Familien vor allem in Deutschland. 89 Tiere fanden bis jetzt ein neues Zuhause.

Die Verbindung zu Kreta kam über Dieter Fischers Beruf zu Stande. Als Oberstleutnant bei der Bundeswehr war er als Leiter von Schießübungen mehrfach dort. Waltraut Fischer kam auch immer mit und Ende der 90er-Jahre am Hamburger Flughafen mit einem Tierarzt ins Gespräch, der auch auf dem Weg nach Kreta war. „Als wir dort das Gepäck vom Band holten, sagte sie, dass wir noch auf die leeren Tier-Boxen warten müssen. Ich wusste von nichts. Das war im Grunde der Anfang“, berichtet Dieter Fischer. Nach seiner Pensionierung 2003 wurde die Tierhilfe nach und nach intensiviert. Zurzeit liegt das Jahresbudget der Kreta-Tierhilfe bei rund 24 000 Euro. „Die Tendenz ist zwar steigend, aber es ist immer noch zu wenig.“

Der Verein hofft auf weitere Mitglieder und auf vor allem finanzielle Unterstützung. „Natürlich sind auch Sachspenden willkommen, aber die müssen erst immer mühsam nach Kreta transportiert werden. Mit dem Geld können wir vor Ort Futter und Material kaufen“, sagt Waltraut Fischer. Der gemeinnützige Verein finanziert sich über Mitgliedsbeiträge, Spenden und Patenschaften, legt viel Wert auf Transparenz und informiert ausführlich übr sich und seine Aktivitäten im Internet. „Wir verdienen damit kein Geld. Alles wird zweckgebunden für die Tierhilfe verwendet“, betont Dieter Fischer.

Mittlerweile sehen sie die Entwicklung auf Kreta positiv, die Einstellung zu den Tieren ändere sich allmählich. „Es geht in die richtige Richtung, vor allem in den Städten“, sagt Dieter Fischer. Nachholbedarf bestehe in den ländlichen Gebieten. Manch ein Hund friste dort ein elendes Dasein. Angekettet und mit nichts als einer alten Tonne als Schattenspender sollen sie Schafe oder Ziegen bewachen.

Die Fischers sehen sich nicht unbedingt als Tierschützer, sondern als Tierfreunde. Da bei ihnen jetzt keine Katzen mehr im Haus sind, könnten Bringfriede und Alfred Sievers ihren „Filos“ auch mal in Kropp abgeben, wenn sie in den Urlaub fahren. „Filos“ weiß, dass er dort bei Freunden ist. Filos bedeutet Freund auf Griechisch, von daher passt das. Und wenn der vierbeinige Freund da ist, dann wird – wenn es klingelt – auch mal wieder gebellt.

zur Startseite

von
erstellt am 15.Okt.2014 | 18:02 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen