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Nach dem Sturm : Großer Wirbel, kleine Wirkung

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

„Xaver“ sorgte zwar nicht für großen Schäden – Auswirkung auf das öffentliche Leben hatte der Orkan aber dennoch.

shz.de von
erstellt am 06.Dez.2013 | 17:34 Uhr

Als Sturm im Wasserglas geht „Xaver“ in die Geschichte der Region ein. Der materielle Schaden, den der Orkan am Kanal hinterließ, hielt sich vergleichsweise in Grenzen. Zwar zählte die Feuerwehr im gesamten Kreisgebiet insgesamt 230 sturmbedingte Alarmierungen, darunter knapp 20 im Rendsburger Stadtgebiet. Doch anders als noch beim Oktober-Orkan „Christian“ waren die Einsätze weit weniger dramatisch. Verletzte gab es nicht.

Auswirkungen auf das öffentliche Leben hatte das mit fast drei Tagen Vorlauf angekündigte Unwetter dennoch. Die Rendsburger Innenstadt war am Donnerstag ab etwa 15 Uhr leer wie sonst nur an verregneten Sonntagen. Die meisten Menschen hatten offenbar die Warnungen der Behörden befolgt und Schutz zu Hause gesucht. Ärgerlich nur für die Geschäftsleute in der ohnehin nicht von Kaufkraft verwöhnten Einkaufszone. Im so wichtigen Weihnachtsgeschäft fehlt ihnen praktisch ein Tag in der Bilanz.

„Die Leute haben sich an die Warnungen gehalten, und das ist gut so“, sagte der Sprecher des Kreisfeuerwehrverbandes, Jürgen Beyer. Abgesehen vom Feuer eines Reetdachhauses in Thaden (wir berichteten) gab es keine spektakulären Notfälle. „In Schülldorf flog das Dach eines Gartenhauses weg – das war’s dann schon“, so Beyer. Der Rest wurde in der Sparte „Dachziegel und umgeknickte Bäume“ verbucht.

Mit Ausnahme von Thaden. Dort stand ein reetgedecktes Haus nach einem Blitzeinschlag in Flammen und wurde vernichtet. Der Bewohner des Anwesens kommt zunächst im Caritashaus St. Vincenz an der Herrenstraße unter. Ihm geht es den Umständen entsprechend gut. „Der Blitz kam wie ein Feuerball, das Haus fing sofort Feuer“, sagte der 80-jährige Rentner gestern. Sorgen bereiten ihm auch seine drei Katzen – sie sind seit dem Feuer verschwunden.

Mit weitaus harmloseren Fällen hatte Rendsburgs Wehrführer Gerrit Hilburger zu tun. Er und seine Kameraden hatten sich auf eine äußerst stürmische Nacht eingestellt. Auf Akkordarbeit wie vor sechs Wochen bei „Christian“. Stattdessen blieb es überschaubar: Im Gerhardshain, der schon beim Wirbelsturm Ende Oktober beträchtlich gelitten hatte, fielen weitere Bäume auf die Seite. Einige verfingen sich in der gegenüber liegenden Baumreihe und drohten auf die Kanalufer-Straße zu stürzen. Sie musste über Nacht zur Sicherheit gesperrt werden. In Zusammenarbeit mit dem Umwelt- und Technikhof der Stadt wurde das Bruchholz am Morgen danach beseitigt.

In der Ernst-Barlach-Straße wurde ein Kleinwagen der Pflege LebensNah unter einem Baum begraben. Zum Glück befand sich kein Mensch darin.

Der Weihnachtsmarkt überstand „Xaver“ nahezu unbeschadet. Um 15 Uhr öffneten die Betreiber die Tresen und heizten den Punsch neu an. Während die Eisfläche vom Schnee befreit wurde, verteilte der überraschend aufgetauchte Nikolaus süße Geschenke.

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