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Ascheffel : Großer Erfolg bei Eisvogel und Fluss-Seeschwalbe

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Naturschützer freuen sich über erfolgreiche Aktionen. Zurzeit werden Erdkröten über die Straße getragen.

Rund 40 Mitglieder und interessierte Gäste konnte der Vorsitzende Hans Ulrich zur Mitgliederversammlung des „Vereins zur Förderung des Umweltschutzes und der Landschaftspflege im Raume des Naturpark Hüttener Berge“ (VFUL) begrüßen. Von vielen mit Spannung erwartet wurde der Fachvortrag an diesem Abend in der Globetrotter Lodge: Aiko Huckauf von der Stiftung Naturschutz referierte über die Biologie und die Problematik und mögliche Lösungsansätze im Umgang mit dem Jakobskreuzkraut. Ein emotional besetztes Thema, denn auch viele Stiftungsflächen in den Hüttener Bergen leuchten im Juli mittlerweile in sattem Gelb. Eine einzige Pflanze könne bis zu 20.000 Samen produzieren, was das hohe Potential beschreibe, sich exponentiell auszubreiten. Als möglichen Grund für die starke Ausbreitung nannte Huckauf die geänderte Flächennutzung auf den Stiftungsflächen. Die extensive Bewirtschaftung mit gewollten Störstellen stelle ideale Bedingungen für das Jakobskreuzkraut dar. „Ich glaube, das ist die natürliche Populationsdynamik dieser Art“, so Aiko Huckauf. Für Nutztiere sie die Pflanzen nur schädlich, wenn Teile in Heu oder Silage vorgelegt werden. „Auf der Weide meiden die Tiere das Kraut wegen der Bitterstoffe“. Während in untersuchten Fleischproben keine giftigen Pyrrolizidin-Alkaloide nachgewiesen wurden, sei der Sommerhonig zum Teil belastet. Gemeinsam mit Imkern wird an Lösungen gearbeitet. Auch Untersuchungen zur optimalen Bekämpfung, also der Frage nach Mahd, Mulchen oder dem Einsatz natürlicher Feinde, werden zusammen mit Wissenschaftlern der Universität in Kiel geprüft, gab Aiko Huckauf abschließend einen Blick in die Zukunft.

Einen Blick zurück in die vergangenen zwölf Monate warfen die Mitglieder des VFUL anschließend, um die gemeinsamen Projekte noch einmal Revue passieren zu lassen. So sei unter anderem auch der Krötenzaun zwischen Damendorf und Groß Wittensee wieder errichtet worden. „ Am Montag wurden ganze 937 Erdkröten über die Straße getragen“, betonte der Vorsitzende Hans Ulrich. Bei der Unteren Naturschutzbehörde hat der Verein nun den Antrag auf eine fest installierte Amphibienleitanlage gestellt, die aus Ersatzgeldern (Windkraft) bezahlt werden soll.

Auch der Vogelwelt in den Hüttener Bergen gehe es weiterhin gut, bescheinigte Ornithologe Horst Andritzke. Unter seiner Federführung sind wieder die beiden Brutflöße für die Flussseeschwalben auf dem Wittensee ausgebracht und die Nisthilfen für die Eisvögel kontrolliert worden. „Bei den Seeschwalben können wir 150 Jungvögel vermelden, bei den Eisvögeln knapp 30 in den gesamten Hüttener Bergen“, freute sich Andritzke. Beim Eisvogel könne man von einer Erfolgsstory sprechen, war auch ein bisschen Stolz in seiner Stimme zu hören. Insgesamt konnte der Ornithologe im vergangenen Jahr 74 Vogelarten feststellen, davon 59 als Brutvögel. Im laufenden Jahr möchte der Verein sich gemeinsam mit der Kirchengemeinde Hütten um die Knickpflege kümmern und eine mögliche Durchgängigkeit der Sorge bis hin zum Bistensee prüfen. Während der Versammlung erinnerte Vorstandmitglied Ernst Steffen noch einmal daran, dass mit Horst Andritzke nun Träger des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland in den Reihen des Vereins sitze. „Ich habe selten jemanden erlebt, der so viel Zeit und Engagement investiert“, lobte Steffen. Der Verein könne sehr stolz auf ihn sein.

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