Großer Abend der ehrlichen Gefühle

Gustav Peter Wöhler (mit Mikrofon) beherrscht mehrere Rollen perfekt - er ist Moderator, Sänger, Schauspieler und Pantomime. Foto: Frank
Gustav Peter Wöhler (mit Mikrofon) beherrscht mehrere Rollen perfekt - er ist Moderator, Sänger, Schauspieler und Pantomime. Foto: Frank

Menschen mit und ohne Behinderung Seite an Seite auf der Bühne: "Musik in uns" begeisterte vor 1000 Zuschauern in der Nordmarkhalle

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22. August 2011, 11:52 Uhr

Rendsburg | Das Interesse war riesengroß: Etwa 1000 Besucher warteten am Sonnabend vor dem gläsernen Eingang der Nordmarkhalle auf den Einlass. Die Norddeutsche Gesellschaft für Diakonie hatte zum 9. Mal unter dem Motto "Musik in uns" eingeladen. Das integrative Musikfestival bietet auch Menschen mit Behinderungen die Möglichkeit, ihr musikalisches Können auf großer Bühne zu zeigen.

Zunächst präsentierte Moderator Carsten Kock mit "Simply The Best" musikbegeisterte Solisten und einen Chor aus den Diakonie-Einrichtungen im ganzen Land. Mitglieder der Gruppe "Godewind" hatten sie auf den großen Auftritt vorbereitet. Gekonnt und einfühlsam begleitet wurden sie von ebenso musikbegeisterten Mitarbeitern diakonischer Einrichtungen. Es wurde vom Start weg ein bewegendes Erlebnis mit ehrlich gemachter und empfundener Musik.

Darin ein von Mirko aus Bargteheide selbst komponiertes Sommerlied und "Ich versteh die Welt nicht mehr" von Lars aus Eckernförde. Mit Mitsing-Titeln der Beatles ("Yellow submarine"), Abbas "I have a dream" ("Die hör ich gern") und als großem Renner Manuelas "Schuld war nur der Bossa-Nova" erreichte die freundlich-entspannte Stimmung im Saal ihren ersten Höhepunkt.

Eigentlich ist Gustav Peter Wöhler ein verhinderter Sozialpädagoge. Sein Religionslehrer riet ihm dringend davon ab und empfahl ihm einen Beruf auf der Bühne. Dafür ist er ihm heute nach dankbar, widmete ihm den Song "Son of a preacher man". Ebenso dankbar konnte auch das Publikum in der Nordmarkhalle sein. Vielen war "GPW" bisher nur als Schauspieler bekannt. An diesem Abend konnte man ihn in drei Rollen als genialen Moderator, Sänger und Pantomimen erleben. Kunst vom Allerfeinsten, wie selbstverständlich, nichts gekünstelt. Das gilt auch für seine musikalischen Begleiter Kai Fischer (am Kawai-Flügel), Olaf Casimir (Kontrabass) und Mirko Michalzik (Gitarre). Mit Pop- und Rock-Songs, lebendigen Improvisationen von Klavier, Bass und Gitarre sowie der intelligenten Moderation erschien dieser Konzertteil wie ein Besuch im eigenen Leben. Vieles hatte man selbst auch so erlebt wie Gustav Peter Wöhler es auf der Bühne schilderte. Jeden Titel leitete er ausführlich ein und versetzte die Zuschauer in dessen Entstehungszeit und in die Originalstimmung der Songs. Musik von den Beatles, Joni Mitchell, Sheryl Crow, Paul Simon, John Osborne, Lou Reed, Sting, Andrè Heller, James Brown, U 2, Elton John, Billy Joel, Rio Reiser oder den Rolling Stones wurden Teile einer vielfach erfahrenen Lebensgeschichte.

So blieb der Erfolg nicht aus: Super-Applaus, drei Zugaben. Zum Schluss zusammen mit "Simply The Best" "Ruby Tuesday" von den Rolling Stones. Ergreifend sangen und spielten alle zusammen.

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