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Ohne Versicherung : „Grenzenlose“ Arztpraxis behandelt seit einem Jahr

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

„Praxis ohne Grenzen“ in der Moltkestraße hatte bisher etwa 40 Patienten. Ärzte und Helfer arbeiten ehrenamtlich. Besucher müssen ihren Namen nicht nennen.

shz.de von
erstellt am 05.Feb.2014 | 12:43 Uhr

Ihre Arbeit ist umsonst – aber beileibe nicht vergebens. Heute genau vor einem Jahr öffnete die „Praxis ohne Grenzen“ in Rendsburg ihre Türen zur ersten Sprechstunde. Hier finden Menschen ärztliche Hilfe, die sich eine Krankenversicherung nicht leisten können. In zwölf Monaten wurden etwa 40 Patienten behandelt. Spenden, über welche die Einrichtung sich finanziert, sichern die Existenz für ein weiteres Jahr.

Sie leisten ihre Arbeit ausschließlich ehrenamtlich: Die Hausärzte und Internisten im Ruhestand Dr. Achim Diestelkamp – er hat die Funktion des Projektleiters übernommen – , Ludwig Backhaus, Jörg Frey, Henning Schmidt und Dr. Werner Kröger, ehemals Chefarzt der Geriatrie an der Imland-Klinik, sowie die Heilpraktikerin Regina Meyn sind zweimal in der Woche für ihre Patienten da. Zur Seite stehen ihnen zehn Kräfte wie Krankenschwestern, Arzthelferinnen und Physiotherapeutin. Zusammengearbeitet wird unter anderem mit Fachärzten und Apothekern.

Nach dem Beginn in der Flensburger Straße zog das Team im Sommer in einen Teil der früheren Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde-Praxis im Gebäude Moltkestraße 1 um. Da seinerzeit mehrere Rendsburger Ärzte ins neue Behandlungszentrum Wallstraße wechselten, war es möglich, deren Mobiliar zu übernehmen. Behandlungsgeräte wurden von Sanitätsfirmen gestiftet. Auf etwa 45 Quadratmetern ist von der Aufnahme über den Warteraum bis zum Behandlungszimmer alles vorhanden, was zum Standard eines Hausarztes gehört.

Auch die Krankheiten, mit der etwa der Beamte, der die Versicherung nicht mehr zahlen kann, oder die Selbständige, die ihren Laden aufgeben musste, die Praxis aufsuchen, decken das ganze Hausarzt-Spektrum ab. Darunter sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen ebenso wie Diabetes oder offene Beine. „Mit einem Schnupfen kommt keiner hierher“, macht Regina Meyn deutlich, dass viele warten, bis es nicht mehr anders geht.

99 Prozent der Spenden kommen den Patienten zugute. So wurden im zurückliegenden Jahr Medikamente im Wert von rund 4000 Euro ausgegeben. Ihr Scherflein entrichtet haben Vereine und Firmen, aber auch Privatleute, die beim Geburtstag den Hut herumgehen ließen.

Sprechstunden der Praxis in Trägerschaft des Diakonischen Werkes des Kirchenkreises finden mittwochs von 16 bis 17 Uhr und donnerstags von 10 bis 11 Uhr statt. Dann ist das Team unter Telefon 0157/75 88 57 55 erreichbar.

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