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Landeszeitung

11. Dezember 2017 | 05:17 Uhr

TRiathlon : Gold nach Schrecksekunde

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Bei der Triathlon-EM hat Margit Bartsch von der SG Athletico Büdelsdorf trotz Wadenproblemen souverän den Titel verteidigt. Die 62-Jährige lag bereits nach dem Schwimmen in Führung und hatte am Ende mehr als fünf Minuten Vorsprung.

Lissabon am Sonntagmorgen um 7.30 Uhr: Die Bewohner der portugiesischen Hauptstadt schlafen größtenteils noch. Hellwach sind hingegen die Teilnehmerinnen der Triathlon-Europameisterschaften der Altersklasse W60 über die Olympische Distanz (1,5 km Schwimmen/40 km Rad fahren/10 km Laufen). Zu ihnen zählt auch Margit Bartsch von der SG Athletico Büdelsdorf. Seit mehr als zwei Stunden ist die Rendsburgerin bereits auf den Beinen, um sich auf den Wettkampf einzustimmen. Und knapp drei Stunden nach dem Start hat sie die Gewissheit, dass sich die akribische Vorbereitung gelohnt hat. Nach Gold 2015 in Kitzbühel holt Bartsch ein Jahr später erneut den Titel. Nach 2:32,29 Stunden läuft die mehrfache Deutsche Meisterin über den Zielstrich und liegt damit rund sechs Minuten vor ihrer ärgsten Rivalin, der Britin Kim Shaw (2:38,01 Std.).

„Mein Ziel war ein Podestplatz. Dass es jetzt wieder zum EM-Titel gereicht hat, freut mich natürlich. Ich hatte vorher schon ein gutes Gefühl“, sagte die frisch gebackene Europameisterin. Bei optimalen Bedingungen lief es für die SG-Athletin wie geschmiert. Mit der Schwimmleistung von 26:45 Minuten im Hafenbecken des Tejo war der Grundstein für den Titel gelegt. Dabei war ihr keinesfalls bewusst, dass sie bereits nach dem Schwimmen in Führung lag. „Da mehrere Altersklassen zur gleichen Zeit ins Rennen geschickt wurden, war es schwierig, meine genaue Position in meiner Altersklasse auszumachen“, berichtete die 62-Jährige.

Nach dem Schwimmen folgte das Radfahren. Es galt einen flachen, 22 Kilometer langen Rundkurs zweimal zu durchfahren. Gefordert wurden die Aktiven bei Kilometer zehn. Da galt es einen 1500 Meter langen Anstieg mit bis zu zwölf Prozent Steigung zu bewältigen. Für Bartsch war das aber kein Problem. Mit einer Zeit von 1:17.58 Stunden war die Rendsburgerin auch auf dem Rad die Schnellste. Die Gewissheit, den zweiten EM-Titel holen zu können, wuchs, zumal am Ende mit dem Zehn-Kilometer-Lauf ihre stärkste Disziplin anstand. Dass sie auf Titelkurs war, signalisierten an der Strecke auch Ehemann Manfred und Vereinskollege Heiko Hentrop, der eigentlich auch starten wollte, aber durch einen schweren Trainingssturz ausgebremst wurde.

Die Laufstrecke war teilweise winkelig. „Das war für den Laufrhythmus nicht gerade gut. Da musste man das Tempo zeitweise rausnehmen“, sagte Bartsch, die ein solches Streckenprofil nicht gewohnt ist. Aber ihre Form stimmte. Eine Schrecksekunde hatte sie nach der ersten der vier 2,5 Kilometer langen Runden zu überstehen. Anfang der zweiten Runde zwickte es plötzlich in der linken Wade. Der Muskel drohte zu verkrampfen. Doch Bartsch lief weiter, die Muskulatur entspannte sich wieder – und der Titelverteidigung stand nichts mehr im Wege.

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