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CDU-Empfang : Glaubensappell an Christdemokraten

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Bischofsvertreter Gothart Magaard war zu Gast beim Jahresempfang des CDU-Kreisverbands. Deutliche Worte zur Verkehrssituation fand Johann Wadephul.

shz.de von
erstellt am 10.Jan.2014 | 00:34 Uhr

Der eine oder andere Politiker mag die Worte des Bischofsvertreters als Mahnung verstanden haben: Beim Jahresempfang des CDU-Kreisverbands Rendsburg-Eckernförde stellte Gastredner Gothart Magaard seine Worte unter den Satz des Propheten Jeremia: „Suchet der Stadt Bestes“. „Er meint damit das Gemeinwesen als Ganzes“, sagte Magaard. Jeder solle sein Handeln danach ausrichten, dafür das Beste zu tun.

Der CDU-Kreisvorsitzende Dr. Johann Wadephul zumindest hat den Bischofsvertreter im Sprengel Schleswig und Holstein so verstanden. „Es war ein deutlicher Appell an die Politiker, sich in ihrem Tun an ihren Glaubensüberzeugungen auszurichten“, sagte Wadephul am Rande der Veranstaltung im „Hotel Conventgarten“ am Mittwochabend. Rund 170 Gäste waren gekommen. Darunter viele CDU-Mitglieder aus dem Kreis, da zuvor die Ortsvorsitzendenkonferenz stattgefunden hatte. Dabei wurde klar: Die Partei kommt nicht umhin, ihren Mitgliedsbeitrag zu erhöhen. Zudem möchte sich die CDU nach den vergangenen Wahlkampfjahren nun wieder mehr um ihre Struktur kümmern und neue Ortsverbände gründen.

Unter den Zuhörern waren jedoch auch viele Gäste aus Verbänden, Verwaltung und Wirtschaft (siehe Gästeliste rechts). Die hörten deutliche Worte in der Begrüßung durch Johann Wadephul. Er kündigte an, die miserable Verkehrssituation in diesem Jahr aufzuarbeiten. Die Verzögerung der Kanaltunnel-Sanierung sei nicht nachzuvollziehen. Die Geduld und Leidensbereitschaft von Betrieben und Arbeitnehmern sei erstaunlich. „Eine meiner ersten Tätigkeiten in diesem Jahr wird die Aufforderung an das Ministerium und die Behörde sein, mir und damit den Betroffenen in der Region darzulegen, warum sich die Sanierungsarbeiten um mehrere Jahre verzögern werden.“ Hinsichtlich der Rader Hochbrücke sagte er der Landesregierung seine Unterstützung zu, sollte die ein Ersatzbauwerk über den Nord-Ostsee-Kanal im Bundesverkehrswegeplan anmelden müssen.

Johann Wadephul stimmte dem Landwirtschaftsminister Robert Habeck von den Grünen zu, der kürzlich von großen Aufgaben für den ländlichen Raum sprach. Der dürfe finanziell aber nicht zugunsten der kreisfreien Städte leiden: „Es ist inakzeptabel, Regionen wie den Kreis Rendsburg-Eckernförde Mittel von zehn Millionen Euro pro Jahr zu entziehen. Wer titanische Herausforderungen sieht, darf den ländlichen Raum finanzpolitisch nicht zu einem Zwerg machen“, sagte Wadephul an die Adresse der Landesregierung.

In Anlehnung an die Worte des Bischofsbevollmächtigten dankte Johann Wadephul den Vertretern von Technischem Hilfswerk, Feuerwehr und Wohlfahrtsverbänden für ihren Einsatz für die Gesellschaft. Der Kirchenmann hatte zuvor auch das Verhältnis von Glaube und Politik angesprochen: Damit sprach er den Sonntagsschutz an, bei dem beide Seiten im Ringen um die Bäderregelung aus seiner Sicht einen tragfähigen Kompromiss gefunden haben. Mit dem Hinweis auf das gute Handeln für die Allgemeinheit wolle er jedoch nicht als Mahner und Besserwisser auftreten, sagte Magaard. Tatsächlich hatten ihn auch nicht alle Christdemokraten so verstanden: „Wir bemühen uns schon jeden Tag, das Gute zu tun“, sagte etwa Nortorfs Bürgermeister Horst Krebs nach Magaards Rede.

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