Jevenstedt : Glasfaser bis zu jedem Bauernhof

„Wir buddeln weiter“:  Die Außenanlieger im mittleren Schleswig-Holstein sollen mit Internet versorgt werden. Hans-Hinrich Neve, Minister Hans-Joachim Grote und Jörg Knöller (von links). Fotos: becker
„Wir buddeln weiter“: Die Außenanlieger im mittleren Schleswig-Holstein sollen mit Internet versorgt werden. Hans-Hinrich Neve, Minister Hans-Joachim Grote und Jörg Knöller (von links). Fotos: becker

Land unterstützt Anschluss der Außenanlieger an das Breitbandnetz mit 4,8 Millionen Euro.

shz.de von
17. Juni 2019, 18:36 Uhr

Vor gut vier Jahren erfolgte der erste Spatenstich für den Bau des Glasfasernetzes des Zweckverbands für die Breitbandversorgung im mittleren Schleswig-Holstein (abgekürzt ZBmSH). Mittlerweile wurden für alle Bauabschnitte und die dazugehörigen Gemeinden Baufreigaben erteilt und der Ausbau befindet sich jetzt bereits in der Endphase.

Kilometerweit entfernt vom Glasfasernetz

„Ein flächendeckender Ausbau, der zu 100 Prozent wirklich jedes Gebäude anschließen kann, war für keinen der beteiligten Akteure wirtschaftlich realisierbar“, machte der Zweckverbandsvorsteher Hans-Hinrich Neve gestern deutlich. Entlegene Höfe seien oft kilometerweit vom Glasfasernetz entfernt und gerade diese Höfe seien extrem unterversorgt. Jetzt springt das Land Schleswig-Holstein ein.

Innenminister Hans-Joachim Grote übergab gestern im Amtshaus in Jevenstedt einen Förderbescheid über 4824734,22 Euro, um diese Außenanlieger anschließen zu können und einen wirklichen 100-prozentigen Ausbau umzusetzen.

Dörfer fit machen für die Zukunft

„Es ist wichtig, nicht nur die Ballungszentren zu erschließen, sondern auch im ländlichen Raum die Voraussetzungen für Entwicklung zu schaffen“, betonte der Minister. Es gehe jetzt darum, „Intelligenz in die „dumme“ Glasfaser zu bringen, um auch die Dörfer fit für die Zukunft zu machen.

Schnelles Internet sei ein völlig neuer Standortfaktor. „Weit weg“ gelte bei einer Breitbandanbindung nicht mehr als negativ. Aber Glasfaser alleine reiche noch nicht, sagte Grote. „Eine WLAN-Glocke über dem Dorf, regionale Clouds zur Datenspeicherung – wir haben noch nicht alle Hausaufgaben gemacht.“

Jörg Köller von der GVG-Glasfaser GmbH, die für den Bau, den Betrieb und die Verpachtung des Glasfasernetzes zuständig ist, berichtete, dass es im Gebiet des Zweckverbandes etwa 300 Haushalte weit außerhalb der Orte gebe. Diese „1000-Meter-Kunden“ würden, wenn sie sich zu einem Vertrag entschließen, kostenlos an das Breitband angeschlossen.

Hans-Hinrich Neve gab einen Rückblick auf die Entwicklung des Zweckverbandes, der im Mai 2010 gegründet wurde. Ziel war ein flächendeckendes Glasfasernetz bis an die Häuser (Fiber To The Home, FTTH). 2015 folgte der Spatenstich für den 1. Bauabschnitt.

Durchschnittlich 60 Prozent der Haushalte entschieden sich für einen Anschluss. „Und wenn die Oma kein Breitband wollte, übernahmen das die Enkel, die an die Zukunft dachten“, so Neve. Nach seinen Angaben soll der Breitbandausbau Mitte kommenden Jahres abgeschlossen sein.






 

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