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Sturm im Rathaus : Gilgenast wirft CDU-Ratsherrn schlechten Stil vor

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Schule Altstadt: Bürgermeister empört über Kritik an Verwaltung

shz.de von
erstellt am 31.Jan.2014 | 06:00 Uhr

In ungewohnt deutlicher Form hat Bürgermeister Pierre Gilgenast auf Kritik an den Kosten für den Ausbau der Schule Altstadt reagiert. „Ich bin verärgert über die Art und Weise, wie hier kommuniziert wird“, sagte Gilgenast gestern gegenüber der Landeszeitung. Er bezog sich auf eine am Dienstag bekannt gewordene E-Mail, die der CDU-Ratsherr Klaus Brunkert an seine Fraktionskollegen verschickt hatte. In dieser hielt Brunkert den Fachbereichsleitern Frank Thomsen und Herbert Schauer vor, sich nicht intensiv genug um Einsparungen bei dem 3,7-Millionen-Euro teuren Ausbau der Schule bemüht zu haben. Dem Bürgermeister unterstellte er Führungsschwäche.

Dass Brunkert seine Kritik per E-Mail verbreitet, aber nicht das persönliche Gespräch mit der Verwaltungsspitze gesucht habe, sei ein schlechter Stil, so Gilgenast weiter. Brunkerts Vorwürfe bezeichnete er als „völlig abwegig“. Sowohl Schauer als auch Thomsen hätten ihre Berechnungen und Analysen auf der Grundlage belegbarer Daten erstellt. In der jüngsten Sitzung des Bauausschusses hatte Thomsen erläutert, dass sich bei unveränderter Raumplanung nur marginale Einsparungen erzielen ließen. Der Bauausschuss gab daraufhin die seit Ende 2013 gesperrten Gelder für den Ausbau der Schule mit den Stimmen der SPD, der Grünen, des SSW und der Fraktion Modernes Rendsburg frei. Die CDU sprach sich dagegen aus. Allerdings muss sich noch der Finanzausschuss mit dem Thema befassen. Bürgermeister Gilgenast rechnet damit, dass das Gremium ebenfalls zustimmen wird. Die Sitzung wurde für den 11. Februar anberaumt.

Brunkert hatte seine Kritik vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltslage geäußert und betont, dass sich die Stadt den 3,7 Millionen Euro teuren Ausbau der Schule Altstadt nicht leisten könne. Als direkte Reaktion darauf warnte Gilgenast gestern davor, die Themen Schulausbau und Haushaltskonsolidierung gegeneinander auszuspielen.

Für den Bürgermeister kommt die Auseinandersetzung mit Brunkert zur Unzeit. Sie laufen seinen Bemühungen zuwider, die Kommunalpolitik auf rein sachliche geführte Debatten einzuschwören, insbesondere im Hinblick auf die Grundsätze und Ziele der Stadt Rendsburg, die Gilgenast möglichst in großen Einvernehmen mit allen Fraktionen formulieren will. Wohl auch um dieses Ziel nicht zu gefährden, hat der Verwaltungschef am gestrigen Vormittag mit Brunkert telefoniert: Zum einen machte er seinen Unmut über die Äußerungen des CDU-Politikers deutlich, zum anderen lud er diesen ein, um im Gespräch unter vier Augen alle Differenzen auszuräumen.

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