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Landeszeitung

21. Oktober 2017 | 04:09 Uhr

Giftpflanze beschäftigt Landesregierung

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der CDU-Landtagsabgeordnete und Ehndorfer Bürgermeister Hauke Göttsch brachte eine Kleine Anfrage zum Jakobskreuzkraut auf den Weg

shz.de von
erstellt am 22.Jan.2014 | 14:08 Uhr

Die Landesregierung muss sich jetzt mit dem Arpsdorfer Jakobskreuzkraut befassen. Anlass ist ein Artikel in der Landeszeitung vor einer Woche. Dort wurde berichtet, dass die im Sommer giftige Pflanze auf einer Fläche von rund 20 Hektar zwischen Arpsdorf und Willenscharen ungehindert wächst.

Gestern brachte der CDU-Landtagsabgeordnete und Bürgermeister der Nachbargemeinde Ehndorf, Hauke Göttsch, dazu eine Kleine Anfrage mit 14 Punkten auf den Weg. Der Landespolitiker möchte unter anderem eine Antwort darauf haben, warum die Bekämpfung der Pflanze in Arpsdorf unterbleibt.

Die besagte Fläche gehört der Stiftung Naturschutz und ist an den Verein Weidelandschaften verpachtet, der darauf Robustrinder weiden lässt. Für seine Rinder sieht der Verein keine Gefahr. „Unsere Tiere gehen nicht an die Pflanzen“, sagt die stellvertretende Vorsitzende von Weidelandschaften, Hildegard Widowski aus Kropp. Nach ihrer Aussage untersagt die Stiftung dem Verein dort den Einsatz von Chemie. „In Arpsdorf läuft ein Projekt, um in Erfahrung zu bringen, ob sich durch eine ganzjährige Beweidung die Grasnarbe so schließt, dass das Jakobskreuzkraut von selbst zurückgeht“, so Hildegard Widowski. Das Projekt ist auf zehn Jahre angesetzt.

„Warum wurde dieser Großversuch in der Sitzung des Argrar- und Umweltausschusses am 13. Februar 2013 nicht erwähnt, und gibt es weitere Versuchsflächen in Schleswig-Holstein?“, fragt Göttsch jetzt weiter an. Der Politiker ist außerdem erstaunt darüber, dass ein geschäftsführendes Mitglied der Stiftung in der Sitzung einst betont hatte, dass die Verantwortung für die Pachtflächen im Wesentlichen beim Pächter liege. Göttsch fordert jetzt ein Handlungskonzept und ein Faltblatt zum Thema Jakobskreuzkraut.

Tückisch an der Pflanze ist, dass die Giftstoffe mit der Heu- oder Silagebereitung nicht abgeschwächt werden, sondern nur ihren bitteren Warngeschmack verlieren und somit von Tieren gefressen werden. Eine etwa 700 Kilogramm schwere Kuh hat mit 100 Kilogramm Jakobskreuzkraut die tödliche Dosis erhalten, auch wenn sie die nicht auf einmal frisst. Das Resultat: chronische Lebervergiftung. Ein Arpsdorfer Landwirt verlor vor rund acht Jahren auf einen Schlag drei Kühe – er wusste nicht um die Gefahr.

Hauke Göttsch fordert Umweltminister Robert Habeck deshalb auf, endlich Taten folgen zu lassen. „Das Gefahrenpotenzial dieser Pflanze als Allergieauslöser beim Menschen und als Giftpflanze für Tiere ist erheblich. Es besteht zwar kein Grund zur Dramatisierung, doch nichts zu tun und allein auf Schmetterlinge bei der Bekämpfung des Krauts zu setzen, ist der falsche Weg “, so Göttsch. Der CDU-Politiker rechnet mit einer Beantwortung seiner Kleinen Anfrage in rund zwei Wochen.


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