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Landeszeitung

24. November 2017 | 13:43 Uhr

Gewissenhafte Stimmenzähler

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Wahlhelfer im Fockbeker Rathaus gingen gestern Abend systematisch vor

Wie zählt man möglichst effektiv 544 Zettel nach Erst- und Zweitstimmen aus? Die acht Helfer des Wahlbezirks Fockbek 1 gingen gestern Abend schnell und ohne viele Worte vor.

Nachdem Wahlvorsteherin Birgit Kurbjuhn im Eheschließungsraum des Rathauses um 18 Uhr das Vorhängeschloss der Urne geöffnet und die Stimmzettel auf einen Tisch ausgeschüttet hatte, begannen ihre Helfer Stapel zu bilden. Zuerst legten sie für jede Partei und Wählergruppe die Zettel aufeinander, auf denen die Erst- und Zweitstimme identisch waren. Den Rest sortierten sie nach Erststimmen, woraufhin Kurbjuhn deren Gesamtzahl pro Kandidat notierte. Dann nahmen die Helfer die Bögen mit voneinander abweichenden Erst- und Zweitstimmen nochmals auf, um sie nach den Voten für die Parteien und Wählergruppen zu sortieren. Kurbjuhn schrieb nun für jede Gruppierung die Zahl der Zweitstimmen auf. Ein Helfer rechnete die Ergebnisse nach.

Etwa 70 Minuten lang waren zwei Frauen und vier Männer mit der Prozedur beschäftigt. Sie beugten sich über die Zettelflut, liefen emsig hin und her. Das Rascheln des Papieres ertönte lauter als der Austausch untereinander. Dass ein Wähler über den gesamten Stimmzettel ein Kreuz gezogen und ihn damit ungültig gemacht hatte, rief ein Raunen hervor.

Währenddessen überprüften die Schriftführerinnen Birgit Hargens und Virginia Thamm, ob die Zahl der Stimmzettel mit den abgehakten Namen in den Wählerverzeichnissen übereinstimmten. Birgit Hargens, 63-jährige kaufmännische Angestellte, sagte: „Ich mache mit, um meine Pflicht zu tun.“

Sören Möller (27) erläuterte, dass der Dienst nicht freiwillig sei. „Ich wurde angeschrieben.“ Nur mit wichtigen Gründen hätte er ablehnen dürfen, ansonsten hätte er eine Ordnungswidrigkeit begangen. Die Helfer erhielten für den jeweils mehr als sechsstündigen Einsatz 30 Euro, belegte Brötchen, Kuchen und Getränke.

Ebenso wie Hargens und Möller gehörte auch Marion Bondsa erstmals zum Team. Sie hatte zunächst von 8 bis 12.30 Uhr Stimmzettel ausgegeben. Zum Auszählen ab 18 Uhr mussten beide Schichten antreten. „Es hat mir gut gefallen. Es war interessant, mal wieder alte Bekannte zu treffen“, berichtete Bondsa. Sie habe auch neue Leute kennen gelernt. Der stellvertretende Wahlvorsteher Herbert Kruse blickte auf langjährige Erfahrung zurück. Vor seiner Pensionierung hatte er als Mitarbeiter der Stadt Aachen bei Wahlen geholfen. Die Stunden durfte er damals aufschreiben und abbummeln.

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