Altstadt : Gewinner und Verlierer der Groß-Baustelle

Im Stegen ist seit Wochen kein Durchgang mehr möglich: Grund sind die Arbeiten am Altstädter Markt. Dietrich Maaß, Inhaber von „Foto Wagner“, fehlt seitdem die Laufkundschaft.
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Im Stegen ist seit Wochen kein Durchgang mehr möglich: Grund sind die Arbeiten am Altstädter Markt. Dietrich Maaß, Inhaber von „Foto Wagner“, fehlt seitdem die Laufkundschaft. Fotos: Riebensahm (3)

Hertie: Manche Händler profitieren, andere nicht.

shz.de von
07. August 2018, 09:59 Uhr

Rendsburg | Die Baustelle am ehemaligen Hertie-Gebäude sorgt derzeit für Aufregung und Freude zugleich. Der Grund: Der Durchgang vom Stegen zum Altstädter Markt ist seit dem 3. Juli gesperrt. Die Abrissarbeiten zwingen Rendsburger und Touristen, eine Umleitung durch den Stegengraben und die Schleifmühlenstraße zu nehmen. Für einige Geschäfte, die in diesem Bereich liegen, hat das Vorteile, für andere aber auch Nachteile.

Von 20 Prozent Umsatzeinbußen spricht Norman Grenda, Inhaber des Restaurants „Alte Markthalle“ am Altstädter Markt. „Die komplette Laufkundschaft fehlt“, erklärt er. Denn: Die Menschen gehen die Umleitung über die Schleifmühlenstraße und meiden sein Lokal – besonders wenn der Presslufthammer zum Einsatz kommt.

Ein weiterer Leidtragender ist Dietrich Maaß, Inhaber des Geschäfts „Foto Wagner“. Noch vor seinem Laden biegen potenzielle Kunden in den Stegengraben ab, um der Umleitung zu folgen. Wiederum andere, die von der Schleifmühlenstraße und durch den Stegengraben laufen, gehen nach rechts Richtung Jungfernstieg. „Natürlich stört mich das“, so Maaß. „Mir fehlt die klassische Laufkundschaft.“ Trotzdem habe er keine großen Verluste einstecken müssen. „Als der Termin mit der Baustelle feststand, hatte ich mit viel höheren Umsatzeinbußen gerechnet.“ Natürlich freut er sich, dass er den Umsatz weitgehend gehalten hat. Maaß betont aber auch, dass die Baustelle eine gute Seite hat: „Nach so vielen Jahren, wo bei Hertie nichts passiert ist, ist man jetzt froh, dass doch noch etwas geschieht.“

Nur wenige Meter neben „Foto Wagner“ befindet sich ein Vodafone-Geschäft. Und auch hier herrscht Frust. „Die Baustelle hat Kunden gekostet“, so Shop-Mitarbeiter Christian Harder. „Gegen 15 oder 16 Uhr und auch in den Abendstunden kommt hier manchmal wirklich niemand mehr lang.“

Auf der anderen Seite freut das wiederum die Inhaber von Geschäften in der Schleifmühlenstraße: „Wir haben viel mehr Durchlauf und Kundschaft“, stellt Tatjana Chucholl von „Tjelve“ fest. Sie bietet Kinderkleidung in Bio-Qualität und Deko-Artikel an. „Es kommen jetzt Rendsburger, die gar nicht gewusst haben, dass ich hier bin.“ Auch Hamza Torgut von der Änderungsschneiderei gegenüber freut sich über die Belebung der Straße. Er habe sogar neue Kunden gewonnen. „Ich würde es begrüßen, wenn die Sperrung noch länger geht“, scherzt er.

Auch das Schauburg-Filmtheater freut sich über die Auswirkungen. Inhaber Hans von Fehrn-Stender: „Wir haben hier selten so viele Leute gehabt. Wir finden das toll.“

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