Gewichtiger Zuwachs im Schifffahrtsarchiv

Der schwere Ausstellungskasten  für das neue Modell 'Prins Oberon' (s. oben rechts) wird über das Dach gehoben. Fotos: Uwe Böhrnsen
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Der schwere Ausstellungskasten für das neue Modell "Prins Oberon" (s. oben rechts) wird über das Dach gehoben. Fotos: Uwe Böhrnsen

Rekord: Mit ihren 3,50 Metern Länge ist die neue "Prins Oberon" das größte Ausstellungsstück im Schifffahrtsarchiv. Sie ist aber nur eines von rund 20 neuen Modellen und vielen Bildern, die seit der Eröffnung 2007 hinzugekommen sind.

shz.de von
21. Februar 2009, 04:59 Uhr

Rendsburg | Vom Hausfrauenbund über die Bremer Segelfreunde bis hin zu Landräten und Staatsanwälten aus Schleswig-Holstein - Alfred Gudd hat schon die unterschiedlichsten Gruppen durch das Schifffahrtsarchiv geführt. Drei bis vier Gruppen pro Woche sind es. Langweilig wird dem Leiter des Archivs dabei nie. "Ich erzähle ja nicht immer das Gleiche."

Und auch die Ausstellung bleibt nicht immer die gleiche. Gerade ist mit der schwedischen "Prins Oberon" von der Werft Nobiskrug ein neuer Rekord aufgestellt worden: Das dreieinhalb Meter lange Modell ist das größte in der Sammlung und prangt nun im obersten Stockwerk des Archivs. Um den Ausstellungskasten für das große Modell dorthin zu schaffen, war einiger Aufwand vonnöten. Ein riesiger Baukran hob das Glas, an dem sechs Männer tragen, über das Dach des Archivs. Auf der anderen Seite wurde der Glaskasten dann vorsichtig durch die Balkontür manövriert. "Das war Millimeterarbeit", sagt Gudd. Er ist froh, dass alles so gut geklappt hat.

Denn dass bei der Seefahrt nicht immer alles so glatt läuft, weiß der Steuermann nicht nur aus eigener Erfahrung. Er hat auch Ansichtsmaterial zu diesem Thema gesammelt. "Ecke der Schadenfreude" nennt er die neu angeschafften Bilder, die Missgeschicke und glimpfliche Unglücke auf See in kleinen Fotoserien einfangen. Da ist etwa die "Norwegian Dream", die sich an einem vorausfahrenden Containerschiff die Nase platt drückt oder das neue Motorschiff, das gleich nach der ersten Berührung mit dem Wasser kieloben schwimmt.

"Es ist einfach wichtig, nicht nur die Modelle auszustellen", erklärt Alfred Gudd. Denn es sind die Geschichten um die Schiffe und die Besatzung herum, die das Archiv lebendig machen. Dass dies gelingt, zeigen die Besucherzahlen, die auch die Erwartungen von Gudd übertreffen: 2500 Interessierte haben sich im vergangenen Jahr die Ausstellung angesehen - eine beachtliche Zahl, wenn man berücksichtigt, dass das Archiv nur an zwei Tagen in der Woche geöffnet hat. Die weiteste Anreise hatte im übrigen ein ausgewanderter Fockbeker. Er hat den Weg von Australien in die Königstraße 5 gefunden. Und hat vielen Rendsburgern damit einiges voraus. "Aus Rendsburg kommen nur sehr wenige Besucher, und aus der Königstraße war übrigens noch niemand hier", sagt Gudd und schmunzelt.

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