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Kampf den Pfunden : Gewicht halbiert, Spaß verdoppelt

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Drei Frauen aus dem Raum Rendsburg und eine pfundige Bilanz: Tanja Potgeter, Anne-Dore Fischoeder und Andrea Zimmermann nahmen dank der Weight Watchers 204 Kilogramm ab.

shz.de von
erstellt am 05.Sep.2013 | 06:02 Uhr

Für Anne-Dore Fischoeder bringt ihr zweites Leben ein kurioses Problem mit sich: Viele Leute erkennen sie nicht wieder. Seit die 54-Jährige ihr Gewicht mehr als halbierte, schauen selbst Verwandte, die sie lange nicht gesehen haben, zweimal hin. Nachbarn halten sie für eine andere Frau. „Meinem Mann wurde schon eine neue Partnerin angedichtet“, sagt die Krankenschwester aus Westerrönfeld und lacht. Bis Ende Februar 2010 trug sie noch Konfektionsgröße 66 und brachte phasenweise 160 Kilogramm auf die Waage. Jetzt trägt sie 38/40 und fühlt sich wie ein neuer Mensch. Leichter, gesünder, belastbarer, zufriedener. Unter Anleitung der kommerziellen Ernährungsberatung Weight Watchers verlor Anne-Dore Fischoeder 87 Kilogramm. Seit Februar 2010 ist sie bei den Weight-Watchers-Treffen von Coach Gudrun Rutz in Osterrönfeld dabei. Beim Blick auf ein Foto aus der alten Zeit schüttelt sie den Kopf und sagt: „Da möchte ich nicht wieder hin.“

Wissenschaftler sind sich einig: Echte Erfolge werden beim Abspecken nur mit bewusster Ernährung und möglichst ausreichend Bewegung erzielt. Selbstdisziplin und Ausdauer sind nachhaltiger als Wundermittel und Blitzdiäten. Wer sich das alleine nicht zutraut, findet Hilfe bei Experten. Allein im mittleren Schleswig-Holstein kommen mehrere hundert Teilnehmerinnen (die Frauenquote beträgt fast 100 Prozent) zu den Treffen örtlicher Weight-Watchers-Gruppen.

Andrea Zimmermann hat einen ähnlichen Wandel wie Anne-Dore Fischoeder hinter sich. Die 52-jährige Rendsburgerin ist seit Anfang 2011 bei den Weight Watchers und verlor seitdem 62 Kilogramm. An die Zeit, als sie noch 129,4 Kilogramm wog, erinnert sie sich mit Grausen: „Ich konnte nicht mehr stehen, gehen, liegen. Es ging mir körperlich schlecht.“ 30 Jahre habe sie Übergewicht mit sich herumgeschleppt, doch erst mit 50 häuften sich die Beschwerden. Der Atem wurde kurz, die Gelenke schmerzten.

Nun führt sie Buch über jede einzelne Mahlzeit. Anders als bei den meisten Abspeck-Programmen zählen die Weight Watchers keine Kalorien, sondern Punkte. „Wir machen keine Diät, sondern wir müssen essen, um abzunehmen“, betont Gudrun Rutz. Die 57-Jährige ist seit acht Jahren Weight-Watchers-Coach und hauptberuflich als Immobilienmaklerin in Remmels tätig. Statt Kalorien zählen Weight-Watchers-Teilnehmer Punkte, sogenannte „ProPoints“. Jedes Lebensmittel, jedes Gericht, jeder Snack hat einen festen „Pro-Points“-Wert. Dieser richtet sich danach, wie hoch der Eiweiß-, Kohlenhydrat-, Fett- und Ballaststoffgehalt eines Lebensmittels ist. Zusätzlich gibt es sogenannte Sattmacher. Rund 200 Lebensmittel, die gut und lange den Hunger stillen, dabei aber einen geringen ProPoints-Wert haben, sind entsprechend gekennzeichnet. Den Speiseplan stellte sich jeder Teilnehmer nach seinem Gusto selber zusammen. Verboten ist nichts, selbst Pommes sind erlaubt, solange man sein persönliches Punktelimit nicht überschreitet. Das Budget legt der Coach am Anfang einer Abnehmphase auf Grundlage von Faktoren wie Gewicht, Körpergröße, Geschlecht und Alter individuell fest. Die Punktebilanz gilt jeweils für einen Tag. Hinzu kommt ein Wochenextra, das der Teilnehmer einlösen kann, etwa wenn ein Geburtstag oder eine Feier ansteht. Diese Sonderpunkte lassen sich beliebig zu den ProPoints addieren, jedoch nicht in die nächste Woche übertragen.

Ein wichtiges Element dieses Konzepts sind die wöchentlichen Gruppentreffen. Die Teilnehmer analysieren gemeinsam mit dem Coach Ernährung und Bewegungsverhalten und motivieren einander. In Osterrönfeld kommen jeden Dienstag zwischen 100 und 120 Teilnehmer zusammen. Jeder hat im Normalfall knapp 40 Euro Monatsgebühr gezahlt. Weitere Fixkosten fallen nicht an. Nur für neue Klamotten. Anne-Dore Fischoeder und Andrea Zimmermann mussten sich in den vergangenen Jahren mehrmals völlig neu einkleiden.

> Die Gruppen von Gudrun Rutz treffen sich jeden Dienstag im Kanal-Café, Am Kamp-Kanal 1, Osterrönfeld. Die nächsten Treffen finden ausnahmsweise am Mittwoch, dem 11. September, statt. Uhrzeiten und weitere Informationen bei Gudrun Rutz unter Tel. 04871/3331. Weight-Watchers-Treffen gibt es unter anderem auch in Eckernförde (TuS Turn- und Sportlerheim, Bergstraße) und Neumünster (Weight Watchers Point, Johannisstraße). Weitere Infos unter www.weightwatchers.de

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