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Gesundheit für ein ganzes Jahr gestärkt

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Vom Atom-Unglück in Tschernobyl geschädigte Kinder aus Weißrussland zu Gast bei Familien in Börm und Umgebung

Börm | Bei den Familien Ketelsen und Köhli in Börm sind wieder Kinder aus Weißrussland zu Gast. Seit 18 Jahren werden hier Mädchen und Jungen betreut, die an den Folgeschäden der Reaktor-Katastrophe im Jahr 1986 leiden, weil sie aus einem Dorf kommen, das im Sperrgebiet von Tschernobyl liegt.

Die Studie der deutschen Gesellschaft für Strahlenschutz zu den gesundheitlichen Folgen von Tschernobyl belegt, dass die meisten gesundheitlichen Folgen eines radioaktiven Unfalls erst nach vielen Jahren, oftmals sogar auch erst in den nächsten Generationen auftreten. Besonders betroffen sind 27 Jahre nach der Katastrophe die Kinder. Der Verein "Initiative für Kinder von Tschernobyl" wird nur durch Spenden finanziert und sorgt alljährlich wieder dafür, dass Mädchen und Jungen aus der Region zu einem Aufenthalt nach Norddeutschland fahren können. Lisa Ketelsen aus Börm ist Ansprechpartnerin für die Initiative.

"Der einmonatige Erholungsurlaub verbessert die Gesundheit der Kinder für ein ganzes Jahr, sagen unsere Ärzte zu Hause", sagt Inna Maklakowa, Deutschlehrerin aus Weißrussland, die die Kinder begleitet. Die Spätfolgen und Nachwirkungen seien auch bei diesen Kindern erkennbar. Sie hätten Probleme mit ihrem Immunsystem. "Wir sind froh, dass es diese Erholungsmöglichkeiten gibt. Sie helfen unseren Kindern. Mein besonderer Dank geht an die Gasteltern, die sich so intensiv um die Kinder bemühen", betonte Maklakowa.

Bei Familie Köhli wohnen Viktoria, Lisa und Dana sowie die Lehrerin, bei Lisa Ketelsen schon zum sechsten Mal Juri und Sascha. Sie sind glücklich, dass sie nicht von einem Ort zum anderen geschleppt werden. Diese Familien haben sie ins Herz geschlossen. Zu den Gastfamilien haben viele Kinder auch nach Jahren noch Kontakt. Auch besuchten Gasteltern den Bezirk Gomel, um zu sehen, wie ihre Schützlinge leben.

"Da der Verein sich nur durch Spenden finanziert, bedanken wir uns bei den Ärzten aus der Region, die die Kinder kostenlos behandeln, und wenn eine Sehhilfe gebraucht wird, hilft die Firma Fielmann. Die Fahrräder stellt Jürgen Plähn aus Groß Rheide zur Verfügung, und repariert sie auch", berichtete Lisa Ketelsen. Weiterhin lädt E.ON Hanse die Kinder und die Gasteltern zu Grillabenden ein, und Besuche in Tolk sponsern Privatpersonen. Der 85-jährige Paul Ducherow aus Dörpstedt ist seit Jahren der "Ferienopa" für die Kinder.

Langweilig wird es den Kindern nicht. Sie haben einen ausgefüllten Tag mit Spielen, Fahrradtouren, Badbesuchen und kleinen Ausflügen in die Umgebung. Sprachprobleme haben sie nicht. Ihr Deutsch verbessert sich von Jahr zu Jahr.

"Gasteltern werden immer noch gebraucht", sagte der Vorsitzende des Vereins, Fritz Arens aus Friedrichsholm, Telefon 04339/267. Er ist gerne bereit, weitere Auskünfte geben.

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erstellt am 15.Aug.2013 | 03:09 Uhr

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