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Lesung : Gespür für die Gedanken der Jugend

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Autor Finn-Ole Heinrich las aus seinem Buch „Räuberhände“ im Helene-Lange-Gymnasium. Seine Geschichte fesselte die Schüler von Beginn. Am Abend war er in der Buchhandlung Reichel zu Gast.

shz.de von
erstellt am 03.Feb.2014 | 11:19 Uhr

Das Eis zwischen Autor und Schülern war schnell gebrochen: „Ich habe gehört, ihr feiert ein halbes Jahr lang das Schuljubiläum“, sagte Jugendbuchautor Finn-Ole Heinrich. „Das stelle ich mir ganz witzig vor, so lange mit Partyhüten herumzulaufen.“ Mit dieser Aussage zu Beginn seiner Lesung im Helene-Lange-Gymnasium hatte der Hamburger die Lacher auf seiner Seite.

Der 31-Jährige präsentierte im Rahmen des 125-jährigen Schul-Bestehens sein Jugendbuch „Räuberhände“. „Wir haben lange nach einem Autor gesucht, der die Schüler anspricht und nicht flach und altväterlich schreibt“, erklärte die Lehrerin Julia Bobsin, Fachschaftsvorsitzende Deutsch.

Dass sie dafür mit Finn-Ole Heinrich genau den Richtigen gefunden hatten, zeigte sich, wenn man die 120 Schüler des 12. Jahrgangs beobachtete. Gebannt hingen sie an den Lippen des Autors. In seinem Buch „Räuberbande“ geht es um die eigentlich unzertrennlichen Freunde Samuel und Janik, die ihr Abitur gemacht haben. Als Janik mit Samuels Mutter schläft, gerät ihre Freundschaft in Gefahr. Um ihre Verbindung zu retten, fahren beide nach Istanbul.

Wortgewaltig beschwor Heinrich die Hitze der Türkei und die Geräusche der Basare herauf. Eine besondere Atmosphäre erhielt die Lesung durch Geräusche, die Heinrich mit seinem Computer in Istanbul aufgezeichnet hatte. Wenn er die Aromen der Gewürze und der vielen bunten Früchte beschrieb, dazu das Stimmengewirr vom PC abspielte, konnte man sich das Chaos der Großstadt und die Düfte des Basars vorstellen.

Nicht nur Heinrichs lebendige Prosa, sondern auch sein Gespür für die Gedanken der Abiturienten von heute kam bei den Schülern an. Catharina (18) sicherte sich nach der Lesung ein Autogramm. Sie hatte das Buch in ihrer Freizeit gelesen. Und war begeistert. „Es hat einen guten Bezug zu Menschen in meinem Alter. Es geht darum, welchen Weg man nach dem Abitur einschlagen kann.“

Genau diese Suche nach dem richtigen Lebensweg zieht sich wie ein roter Faden durch den Roman und brachte Heinrich mit 24 Jahren dazu, das Buch zu schreiben. „Meine Geschichten helfen mir, Dinge klarer zu sehen. Was will ich von meinem Leben, habe ich mich damals gefragt.“

Mittlerweile hat Heinrich diese Frage für sich beantwortet. Neben Kinder- und Jugendbüchern verfasst der studierte Regisseur Drehbücher. Zum Abschluss seines ersten Rendsburg-Besuchs stellte Finn-Ole Heinrich gestern Abend in der Buchhandlung Reichel seine Werke vor.

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