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Auf Spurensuche : Geschichte einer Stadt aus vielen Blickwinkeln

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Saison der Führungen durch Rendsburg beginnt. Historische Punkte werden angesteuert. Ostern geht es auf die Hochbrücke.

shz.de von
erstellt am 02.Apr.2014 | 12:16 Uhr

Die Routen und Schauplätze gleichen sich, doch für jeden, der seine Gäste begleitet, haben sie eine andere Bedeutung: Am Sonnabend beginnt wieder die Saison der Stadtführungen auf Einladung der Tourist-Information Nord-Ostsee-Kanal. Unter ganz unterschiedlichen Aspekten nehmen die „Spezialisten“ die Spaziergänger mit auf die Spuren der Historie Rendsburgs.

„Geschichten aus der Geschichte“ will denn auch der altgediente Stadtführer Klaus-Peter Flegel mit seinen 14 Mitstreitern bei den historischen Sonnabend-Rundgängen nahebringen, die im vergangenen Jahr 44-mal unternommen wurden. Flegel teilt seine „Kollegen“ für die Einsätze ein. Dabei kann jeder seine eigenen Vorstellungen umsetzen. Der 74-jährige pensionierte Soldat beginnt die Führung, am Sonnabend, 5. April, übrigens erstmals eine halbe Stunde später als bisher, um 11 Uhr, am und im Alten Rathaus. Es folgt ein Blick in die Marienkirche. Halt gemacht wird dann an der von der „Zwangsmühle“ übriggebliebenen Pumpe Ecke Mühlenstraße/Eisenbahnstraße. 25 Dörfer aus der Umgebung wurden einst vom dänischen König dazu „verdonnert“, hier mahlen zu lassen. Weiter geht der Weg über Schloßplatz mit Stadtmodell und Gerhardsbrunnen durch die Hohe Straße zum Paradeplatz. Im Sommer, wenn zusätzlich auch mittwochs Besichtigungstouren veranstaltet werden, endet er an der Christkirche. „Wenn nicht gelacht wird, ist es eine schlechte Führung“, weist Klaus-Peter Flegel auf den Unterhaltungswert hin.

Wenig zu lachen gibt es naturgemäß bei den Themenführungen „Über Nacht verschwunden“ mit Dr. Frauke Dettmer. Die ehemalige Leiterin des Jüdischen Museums nimmt die Menschen von dessen Haustür mit zu einigen der 35 von Gunter Demnig in Rendsburg verlegten Stolpersteinen. Sie erinnern an 19 Opfer des Nationalsozialismus vom Kleinkind bis zur Greisin. Wie vor dem Gebäude Nr. 5 in der Provianthausstraße: Hier rufen vier Steine die Familie Seelenfreund ins Gedächtnis, die einst dort lebte. Während die Eltern Jonas und Mathilde nach Auschwitz deportiert und dort ermordet wurden, überlebten die Kinder Heinz und Renate in einem Versteck in Belgien. Die Dettmer-Führung „Huren, Hexen und Hausmädchen“ findet vorübergehend nur noch „auf Bestellung“ statt.

Seit einem Jahr ist Stutentrine Rita Ihrig einmal im Monat unterwegs. Beginnend am ehemaligen Gudeschen Haus Ecke Hohe Straße/Mühlenstraße, geht die Symbolfigur mit ihrem Gefolge über den Schloßplatz durch die Pannkokenstraat zum neuen Wochenmarkt-Standort Schiffbrückenplatz. Hier ist dann auch schon mal Gelegenheit, eine Kostprobe an einem Stand zu genießen.

Keine Winterpause eingelegt hat Nachtwächter Patrick Goeser, der in diesem Jahr schon ein gutes Dutzend abendliche Runden „gedreht“ hat. Dabei geht es vom Lornsendenkmal durch das Stadtseegelände über Altstädter Markt und St. Marien – übrigens Goesers liebster Platz in Rendsburg – bis zur Einkehr beim Nachtwächterschmaus mit Schmalzbrot und Getränken.

Die Touren auf das Aussichtserlebnis Eisenbahnhochbrücke, das von insgesamt sechs kundigen Führern vermittelt wird, beginnen üblicherweise erst im Mai. Doch wegen des Osterfestes fällt der Startschuss in diesem Jahr schon früher: Ostersonntag und eine Woche darauf kann die Aussichtsplattform erklommen werden.

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