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Neues Gewand : Geschenk für den Weihnachtsmann

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Stadtwerke Rendsburg finanzieren Lothar Möhdings (70) neues Kostüm. Mitarbeiter des Landestheaters fertigten es aus Samt und Webpelz.

shz.de von
erstellt am 19.Okt.2017 | 11:39 Uhr

Der Weihnachtsmann hat einen neuen Mantel. Lothar Möhding, der alle Jahre wieder mit einem Sack voller Geschenke in Rendsburg und Umgebung unterwegs ist, präsentierte gestern sein neues Kostüm. Das alte ist „ein bisschen in die Jahre gekommen“ und mittlerweile abgenutzt, berichtete Möhding. Ermöglicht wurde der Garderobenwechsel durch die Kostümbildnerei des Landestheaters, die den Mantel in mühsamer Handarbeit herstellte, und die Stadtwerke Rendsburg, die das 450 Euro teure Outfit bezahlten.

„Wir freuen uns, dass wir dem Weihnachtsmann zu einem neuen Gewand verhelfen konnten und so den Rendsburgern und vor allem den Kindern eine stimmungsvolle Vorweihnachtszeit bescheren können“, sagte Stadtwerke-Geschäftsführer Helge Spehr. Der Weihnachtsmann war sichtlich zufrieden mit seinem neuen Kostüm. Es besteht aus einem langen Mantel, einer Mütze und einer Pelerine. Solch ein Schulterumhang wurde von Bischöfen früher als eine Art Kapuze gebraucht, um sich gegen Wind und Regen zu schützen, sagte Möhding. Beim Outfit des 70-Jährigen darf die Pelerine somit nicht fehlen, da die Tradition des Weihnachtsmanns auf einen Bischof zurückgehen soll, der süße Mandeln verteilt hat, erklärte der pensionierte Busfahrer. Für ihn ist die Tätigkeit als Weihnachtsmann eine „Berufung“. Seine Mission bestehe darin, Vorfreude auf die Weihnachtszeit hervorzurufen, Kinderaugen zum Strahlen zu bringen und alte Weihnachtserinnerungen von Erwachsenen wieder aufleben zu lassen. Der 70-Jährige geht dieses Jahr in seine 43. Saison.

Möhding hat bislang etwa zehn Gewänder verschlissen. „Wenn ich drinnen bin, dampfe ich von innen, wenn ich draußen bin, kommt die Nässe von oben“, verdeutlichte er die Belastungen, denen sein Outfit ausgesetzt ist. Das neue hat eine „etwas sattere“ Farbe als das Vorgängermodell, welches sechs Jahre lang hielt; außerdem hat es vorne eine Reihe goldfarbener Knöpfe und ist so geschnitten, dass es „besser fällt“, freute sich der Weihnachtsmann. Das neue Modell besteht aus Samt und Webpelz sowie innen aus Futtertaft, teilte Susanne Lemke, Marketing-Leiterin am Landestheater, mit.

An jedem Adventssontag wird Möhding von 15 bis 16 Uhr auf dem Schiffbrückenplatz sein. Sein Haupteinsatztag aber ist der Heiligabend. Vielen Familien bringt er dann traditionell die Geschenke ins Haus. Darüber hinaus wird er zahlreiche Weihnachtsaktionen begleiten, bei denen für den wohltätigen Zweck gesammelt wird, etwa einen Waffelverkauf des Kinderschutzbundes im Einkaufszentrum Rondo.

Schon jetzt läuft er mit einer Weihnachtsmütze durch die Stadt – entsprechend viele Wunschzettel werden ihm zugesteckt. Er weist die Kinder dann an, ein Bild von dem Wunschobjekt zu malen und in die Fensterbank zu legen. Wenn es am nächsten morgen weg ist, wisse man, dass die Wichtel den Zettel abgeholt und zum Nordpol gebracht haben, erklärt der 70-Jährige. Sein Bart übrigens ist echt. „An meiner Bartlänge erkennt man die Jahreszeit“, scherzte er: Die Gesichtsbehaarung steht immer ein Jahr lang. Im Januar lässt er sie stets auf drei Millimeter stutzen. Im Januar dürften ihn die Kinder nicht vollbärtig auf der Straße sehen – „entweder man macht die Rolle ordentlich oder gar nicht“, sagte er.



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