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Stadtgeschichte : Geschenk aus der Festungszeit

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Rendsburger Stadtgeschichte wird weiter erforscht. Mit Unterstützung der Fielmann AG wird eine Ausstellung zur Festungszeit im historischen Museum vorbereitet.

Kurz vor dem Osterfest hat Dr. Martin Westphal sein Geschenk schon erhalten. Das Präsent, das der Leiter der Museen im Kulturzentrum gestern entgegen genommen hat, sorgte sogar für doppelte Freude. Denn erstens überreichte der Leiter der Rendsburger Fielmann-Filiale, Ingo Flemming, dem Museumschef im Namen der Fielmann AG eine Lithografie des Kartographen Anton Ludwig Meinung (1801 bis 1878). Und zweitens trägt das Unternehmen des Brillenkönigs sämtliche Kosten für die Realisierung einer Ausstellung mit weiteren Zeichnungen des Offiziers, der in der ehemaligen Festung mit Stift und Papier unterwegs war.

„Die Arbeiten von Anton Ludwig Meinung bieten eine faszinierende Sicht auf Rendsburg im 19. Jahrhundert“, weiß Martin Westphal. 20 Blätter des Festungszeichners befinden sich im Besitz des Stadtarchivs im Rendsburger Rathaus. Auch diese Drucke waren auf Kosten der Fielmann AG, die seit zehn Jahren kulturelle Institutionen in Rendsburg fördert, gekauft und restauriert worden. Weitere zehn Arbeiten des ehemaligen Soldaten, der seit 1820 im militärischen Auftrag der Dänen die detaillierten Stadtpläne und Karten für Lagebesprechungen lieferte, lagern im Bestand der Museen im Kulturzentrum.

In den kommenden Monaten wird sich Verena Lippert in Archiven in Kiel und Kopenhagen auf die Suche nach zusätzlichen Funden aus der Hand von Anton Ludwig Meinung machen. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin, die bereits zwei Jahre lang als Volontärin im Rendsburger Museum tätig war, erhält einen Werkauftrag, um bis zum Frühjahr 2016 die Ausstellung zur Stadtgeschichte zu verwirklichen. „Wir wissen nicht, ob es überhaupt noch Meinung-Arbeiten gibt, wo sie archiviert sind und welche Summen für die Kopien der Zeichnungen bezahlt werden müssen“, sagt Jürgen Oswald von der Fielmann-AG. „Es ist wie Höhlenforschung“. Daher könne er noch keine genauen Angaben darüber machen, wie hoch die Gesamt-Investition sein wird. „Die Kosten für das Projekt in Rendsburg werden aber auf jeden Fall im fünfstelligen Bereich liegen“, verriet Oswald.

„Der Einsatz wird sich lohnen“, ist Museumsleiter Martin Westphal überzeugt. Denn durch die Zeichnungen werde ein spannender Blick in die Vergangenheit möglich. Zum Beispiel zeige die gestern überreichte Lithografie keine langweilige Ansicht des Kronwerks in den Jahren 1854 bis 1862. Vielmehr wirke das Bild, das aus der Vogelperspektive gezeichnet wurde, fast dreidimensional und biete Szenen aus dem Alltag in der hermetisch abgeriegelten Festung. „Es macht viel Spaß, sich in die Details zu vertiefen.“ Und diese Freude an der Zeitreise wollen die Ausstellungsmacher wiederum an die Besucher weitergeben.

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