Landestheater-Krise : Generalintendant will nur noch in Rendsburg proben

Offenbar auf einer Linie: Generalintendant Peter Grisebach (links) und Bürgermeister Pierre Gilgenast vor dem Stadttheater.
Offenbar auf einer Linie: Generalintendant Peter Grisebach (links) und Bürgermeister Pierre Gilgenast vor dem Stadttheater.

Durch die Schließung des Schleswiger Theaters fehlt den Schauspielern eine Probenbühne. Gestern sprach Peter Grisebach mit dem Rendsburger Bürgermeister über räumliche Alternativen. Jetzt werden Räumlichkeiten mit 200 Quadratmetern Spielfläche gesucht.

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19. März 2014, 06:00 Uhr

Das Landestheater will ab der kommenden Spielzeit sämtliche Schauspiel-Inszenierungen in Rendsburg erarbeiten. Das sagte Generalintendant Peter Grisebach gestern nach einem Gespräch mit Bürgermeister Pierre Gilgenast. Voraussetzung für die Stärkung des Produktionsstandortes sei jedoch, dass das Theater in Rendsburg Räumlichkeiten anmieten könne, die ausreichend Platz für eine Probebühne böten. Wie Gilgenast erklärte, kämen aus Sicht der Stadt drei Immobilien in Frage, eine davon sei die Nordmarkhalle. Zu den anderen beiden Möglichkeiten wollte er keine näheren Angaben machen.

Derzeit werden pro Spielzeit jeweils sieben Inszenierungen in Schleswig und in Rendsburg einstudiert. Da das Theater in Schleswig geschlossen ist und die Spielstätte Slesvighus nur noch bis 2016 zur Verfügung steht, müsse er sich über Alternativen Gedanken machen, so Grisebach. Das Landestheater benötige für mindestens 35 Wochen im Jahr eine Probebühne. Infrage kämen Räumlichkeiten, in denen sich Platz für eine etwa 200 Quadratmeter große Spielfläche schaffen ließe. Der Raum müsse mindestens 4,10 Meter hoch sein. Wegen der intensiven Nutzung durch das Ensemble sei eine parallele Nutzung nicht möglich. „Daher können wir beispielsweise nicht auf eine Schulaula zurückgreifen“, sagte der Intendant.

Grisebach zeigte sich erfreut darüber, in Rendsburg mit offenen Armen und Herzen empfangen worden zu sein. Sollte Schleswig dauerhaft keine Spielstätte anbieten können oder sogar aus der Theater GmbH als Gesellschafter aussteigen, schloss Grisebach einen Umzug der Generalintendanz und der Theaterverwaltung nach Rendsburg nicht aus. „Ich könnte es mir vorstellen“, sagte er. Der Chef des Landestheaters betonte jedoch, dass die Entscheidung darüber nicht in seinen Händen, sondern in denen der Gesellschafter liege. Sollte jedoch eine entsprechende Entscheidung getroffen werden, „würde ich in kürzester Zeit meine Zelte hier aufstellen.“ Dass auch Flensburg möglicherweise Interesse daran haben könnte, Sitz der Generalintendanz und der Verwaltung zu werden, wurde offenbar bisher nicht offiziell thematisiert. „Ich habe aus Flensburg noch keine Einladung erhalten, darüber nachzudenken.“

Zurückhaltend zeigte sich Grisebach in Bezug auf die Frage, ob in Schleswig möglicherweise doch noch der Bau eines Theaters beziehungsweise die Sanierung des maroden Stadttheaters an der Schlei gelingen könnte. „Darauf kann ich mich als Geschäftsführer der Theater GmbH nicht verlassen. Alles, was in Schleswig derzeit diskutiert wird, sind lediglich Gedankenspiele.“ Der Intendant bekräftigte, dass das Landestheater durch die Situation in Schleswig in eine Schieflage geraten sei, zugleich betonte er, dass die Angebote aus Rendsburg „in meiner Belegschaft sehr gut ankommen“.

Bürgermeister Gilgenast stellte die Bedeutung des Landestheaters für Rendsburg heraus. Er machte deutlich, dass er ein großes Interesse daran habe, den Standort zu stärken. Zudem werde das Theater von den Bürgern sehr geschätzt. Das habe eine aktuelle Umfrage des Stadtmarketings ergeben: „Das Landestheater gehört zu Rendsburg, es ist wichtig, dass es dieses kulturelle Angebot in unserer Stadt gibt.“

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