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Landeszeitung

21. Oktober 2017 | 07:07 Uhr

Gemeinsame Wege in der Zeit danach

vom

Persönliche Begleitung für Trauernde: Das Rendsburger Trauercafé soll Vorbild für eine ähnliche Einrichtung in Büdelsdorf werden

shz.de von
erstellt am 07.Aug.2013 | 03:59 Uhr

Rendsburg/Büdelsdorf | Aus der zufälligen Begegnung bei einem Lehrgang soll ein reger Austausch werden, der einmal zur Vernetzung führt. Das haben drei Frauen vereinbart, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Menschen in einem schweren oder dem letzten Lebensabschnitt zu unterstützen.

Annekatrin Clausen ist seit zwei Jahren ehrenamtliche Trauerbegleiterin bei der Pflege LebensNah. Die 68-jährige Diakonin in Ruhe leitet auch das Trauercafé in der Kirchenstraße in Rendsburg, das jeweils am letzten Sonntag des Monats geöffnet hat. Petra Mertin (52) und Kerstin Delfs (42) gehören dem Büdelsdorfer Verein Häusliches Hospiz an, für den sie als Sterbe- und Trauerbegleiterinnen in Familien- und Pflegeheimen eingesetzt werden. Sie möchten sich das Rendsburger Café zum Vorbild für eine ähnliche Einrichtung nehmen, die bei ihrem Verein angesiedelt wird.

Eine zertifizierte Trauerbegleitung können die Frauen nach einem Kursus des Schleswig-Holsteinischen Hospiz- und Palliativvereins in Neukirchen (Kreis Schleswig-Flensburg) anbieten. Dabei waren in sieben Monaten jeweils von Donnerstag bis Sonntag vier Einheiten zu absolvieren. Bei der geforderten praktischen Tätigkeit als "Zwischenarbeit" kümmerte sich die selbstständige Kauffrau Petra Mertin während einer eigenen Reha-Maßnahme um eine Frau, die gerade ihren Mann verloren hatte. Kerstin Delfs, die im Therapiezentrum Rickert als Präsenzkraft in der Pflege tätig ist, arbeitete ein Referat über Trauer am Arbeitsplatz aus, und Annekatrin Clausen konnte das Trauercafé für diesen Zweck nutzen.

Ein wichtiger Inhalt des Kurses war es, eigene Trauererlebnisse der Vergangenheit noch einmal zu verarbeiten. "Das habe ich zum ersten Mal erzählt", war während des laut Mertin sehr intensiven Lehrgangs häufiger zu hören. Ein Ergebnis war der Wunsch, dass Pflege LebensNah, Träger des stationären Hospizes Haus Porsefeld in der Straße Am Mühlengraben, und der Verein Häusliches Hospiz, der im Büdelsdorfer AWO-Haus im Eschenweg seinen Sitz hat, bei aller Eigenständigkeit auch gemeinsame Wege gehen. Dass das zum Teil schon der Fall ist, zeigt der von Pflege LebensNah herausgegebene aktuelle Flyer "Gruppentreffen und Supervision" für Ehrenamtliche des Ambulanten Hospizdienstes. Hier sind zwei öffentliche Vortragsveranstaltungen des Büdelsdorfer Vereins mit aufgeführt.

Nach den Vorstellungen von Kerstin Delfs und Petra Mertin soll das Büdelsdorfer Trauercafé im Herbst erstmals öffnen.Wer eine persönliche Trauerbegleitung wünscht, kann sich an die hauptamtliche Koordinatorin des Vereins Häusliches Hospiz, Heidi Dopp, Telefon 0175/6 05 04 47, wenden.

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