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Prävention : Gemeinsam gegen Jugendkriminalität

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Im Rahmen eines Podiumsgesprächs im Berufsbildungszentrum standen Jugendrichter, Streetworker und ein Polizist standen Rede und Antwort.

von
erstellt am 22.Mai.2014 | 14:25 Uhr

Drei Jugendliche stehlen das Geld einer Schülerin – beleidigen sie, schubsen sie zu Boden und treten mehrmals auf sie ein. Mit dieser nachgestellten Filmszene machen die Schüler des Berufsbildungszentrums (BBZ) auf Kriminalität von Jugendlichen aufmerksam. Was als kleines Projekt begann, wurde zum spannenden Podiumsgespräch mit 150 Teilnehmern und vier Experten. Jugendrichter Jörg Napirata ist für diejenigen zuständig, die bereits straffällig wurden. Streetworkerin Andrea Wieczorek möchte verhindern, dass Jugendliche erst straffällig werden. Auch Timo Höppner als Präventionsbeamter der Polizei will lieber vorbeugen, statt festnehmen. Und Maren Beckmann vom Weißen Ring kümmert sich um die von einer Straftat Betroffenen: „Wenn alle den Täter jagen, wer bleibt dann beim Opfer?“

Zunächst gab es Entwarnung: Generell sei die Kriminalität in Rendsburg nicht bedenklicher als andernorts, wusste Wieczorek, die seit acht Jahren auf den Straßen unterwegs ist. Aber es gibt Punkte, an denen es häufiger zu Konflikten komme: Zum Beispiel in der Diskothek Cheyenne, bei der Blackbeats-Party oder dem Heidesand-Turnier. „Acht von zehn Körperverletzungen sind auf Alkohol zurückzuführen“, beantwortete Höppner eine Publikumsfrage.

Ein Verbot oder härtere Bestrafungen seien aber nicht die Lösung. 14- bis 21-Jährige fallen unter das Jugendstrafgesetz und obwohl Volljährige auch nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt werden können, wird oft davon abgesehen. „Ich wünsche mir lediglich eine schnellere Umsetzung der Fälle, um den Lern-Effekt zu erhalten“, sagte Napirata.

Alle Experten waren sich einig. Die Devise lautet: Erziehen und helfen statt bestrafen und wegsperren. Das Ende des Films zeigt, dass auch die Schüler diesen Weg für richtig halten. Einer der gefassten Täter hat während seines Gefängnisaufenthalts eine Ausbildung zum Mechatroniker gemacht und möchte sein Geld nun auf legale Weise verdienen.

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