Themenabend : Gemeinde rüstet sich für die Zukunft

Expertin: Elke Wegener vom Institut Raum + Energie stand den Workshop-Teilnehmern für Fragen zur Verfügung.
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Expertin: Elke Wegener vom Institut Raum + Energie stand den Workshop-Teilnehmern für Fragen zur Verfügung.

Bünsdorf beteiligt sich am Masterplan. Ideensammlung zu den Schwerpunkten Senioren, Tourismus, Gemeinsinn und Mobilität.

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23. Februar 2013, 08:56 Uhr

BÜNSDORF | Die Einwohner Bünsdorfs bescheinigen ihrem Ort eine gute Lebensqualität, glauben aber, dass sich in zehn Jahren die Lage eher verschlechtern als verbessern wird. Sorge bereitet der zunehmende Leerstand in den Streusiedlungen, der Erhalt des Ortes als attraktiver Wohn- und Ferienort sowie das Aufrechterhalten des regen Vereinslebens.

Als vierte Gemeinde im Amt Hüttener Berge veranstaltete Bünsdorf einen Informationsabend mit Workshop zum Thema "Demographischer Wandel und Zukunftsstrategien" des Ortes, dessen Ergebnisse in den Masterplan Daseinsfürsorge des Amtes einfließen sollen. Jürgen Wittekind und Elke Wegener vom Institut Raum & Energie zeigten auch hier in einer Einführung die demographische Entwicklung auf und präsentierten neben einer Bestandsaufnahme in der Gemeinde eine kleinräumige Bevölkerungsprognose: "Wir werden älter und weniger", lautete dabei die Kernbotschaft der dargestellten Statistiken mit entsprechenden Auswirkungen auf die Infrastruktur der Orte.

"Schon jetzt sind erste Folgen des Wandels in vielen Gemeinden bereits Realität", so Wittekind. Das heißt konkret: Schulen und Kindergärten müssen schließen oder zusammengelegt werden, Arztpraxen finden keinen Nachfolger, Vereine klagen über Nachwuchsmangel und müssen sich mit den Nachbargemeinden zusammenschließen, Einkaufsmöglichkeiten vor Ort werden geringer, Kosten und Gebühren steigen und einiges mehr: "Bei all den trüben Aussichten kann der Wandel aber auch Chancen bieten", erklärte Wittekind. Vorausgesetzt, die Einwohner sind bereit, den Gemeinsinn über den Eigensinn zu stellen und sich dem Problem mit Strategie statt blindem Aktionismus zu stellen.

Bei der Frage: "Wie soll sich unsere Gemeinde in den kommenden 20 Jahren entwickeln?" ergaben sich für Bünsdorf vier Themenbereiche, die in dem anschließenden Workshop gruppenweise diskutiert wurden: Angebote von und für Senioren, Tourismus, Gemeinsinn und die Mobilität. Mehr Wohnangebote für ältere Mitbürger, eine Informationsbörse mit Suche/Biete-Funktion, besserere Kennenlern-Möglichkeiten auch für Neubürger des Ortes, Einkaufshilfen und Mitfahrgelegenheiten nicht nur für Senioren, eine bessere Kommunikation außerhalb der sozialen Netzwerke, ein Radwegenetz um den See verbunden mit mehr Ausflugs- und Wohnangeboten für Touristen - das waren nur einige der vielen Ideen, "die wir in einem Arbeitskreis oder einer Art Stammtisch weiter konkretisieren sollten, bevor sie wieder in der Routine des Alltags verloren gehen", schlug Bürgermeister Jens Kühne vor, der sich über die rege Beteiligung an der Veranstaltung freute. "Es ist schon vieles vorhanden, aber wir können noch eine Menge machen, da ist noch Luft nach oben", lautete seine Bilanz des Abends. Letztendlich hänge es vom Engagement der Bürger ab, wie sich die Gemeinde für die Zukunft rüstet.

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