Gemeinde mit Ausstrahlung

Pastorin Anke Andersson: „Kirche ist viel mehr als Pastor und Küster. Kirche ist die gesamte Gemeinde“.
Pastorin Anke Andersson: „Kirche ist viel mehr als Pastor und Küster. Kirche ist die gesamte Gemeinde“.

Pastorin Anke Andersson wagte 2017 den Neuanfang als „Seelenhirtin“ in Hohn / „Bei mir muss man kein Blatt vor den Mund nehmen“

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19. November 2018, 11:27 Uhr

Einen Nachfolger suchte die Kirchengemeinde in Hohn, als Pastor Andreas Wegenhorst nach 23 Jahren die Gemeinde verließ. Am 1.  März 2017 wagte Pastorin Anke Andersson den Neuanfang in dem 2 500 Seelen Dorf, wo sich neben Kirche und Friedhof, das Gemeindehaus, das Pastorat und der Jugendboden an einer Stelle befinden, was für Andersson den besonderen Charme dieser Gemeinde ausmacht. Ihr gefallen außerdem „die Mitglieder der Kirchengemeinde, die interessiert, aber auch vorsichtig sind.“

Eine ihrer ersten Amtshandlungen war die Ansprache zum Amtsfeuerwehrtag in Friedrichsholm, an dem sie ein paar geistliche Worte zur Begrüßung und am Ehrenmal sagen sollte. Die gebürtige Kielerin, die zuvor 12 Jahre als Pastorin in Flensburg gearbeitet hatte war etwas unsicher und stand mit der Frage: „Was wird denn da von mir erwartet?“ ziemlich allein da. „Sie machen das schon“ kam oft als Antwort, als sich die Geistliche im Vorfeld auf das groß angelegte Event vorbereiten wollte. Für sie war der Tag „total aufregend“ und im Endeffekt habe alles gut geklappt und es war „sehr lustig“.

Dass sie gern einen Plan hat und sich viel Zeit für die Vorbereitung ihrer Aktivitäten nimmt wird schnell deutlich, wenn die Pastorin von ihren Aufgaben erzählt. Neben der Vorbereitung der Gottesdienste an den Sonn- und Festtagen nimmt sie sich viel Zeit für die vorbereitenden Gespräche für Taufen, Konfirmationen, Hochzeiten und Beerdigungen. Als Kirchengemeinderatsvorsitzende ist sie neben ihrer Ausschussarbeit auch viel mit Verwaltungsarbeit, beispielsweise den Stellenausschreibungen und Neubesetzung offener Stellen, beschäftigt. Eine große Baustelle ist das Pastorat in Hohn, in dem sich Feuchtigkeit und Schimmel ausgebreitet hatten und nun mit dem Kirchengemeinderat die Entscheidung für Neubau oder Sanierung des 150 Jahre alten Gebäudes ansteht.

Einen Schwerpunkt legt die Seelenhirtin auch auf ihr Aufgabe als Seelsorgerin: „Es ist wichtig da zu sein, wenn Menschen seelisch in Not geraten. Bei mir muss man kein Blatt vor den Mund nehmen, denn bei mir gibt es die Schweigepflicht und die kann niemand unterbinden.“

Ein weiterer Schwerpunkt sei die Arbeit mit den Jugendlichen im Konfirmationsunterricht jeden Dienstag und Donnerstag. „Ich mag meine Konfirmanden. Ich wünsche mir eine lebendige Gemeinde mit Ausstrahlung, in der sich jeder einbringen darf, wenn er möchte.“

Die Fülle an Aufgaben machen deutlich, dass die Pastorin im Moment mehr als ausgelastet ist: „Es ist wirklich viel“. Zur Unterstützung wird eine halbe Stelle für einen Kinder- und Jugendmitarbeiter entstehen, der sich um die anstehenden Aufgaben in diesem Bereich kümmert.

Im Gespräch mit der Landeszeitung machte die lebensfrohe Pastorin deutlich, dass sie Wert darauf lege, dass die Kirche in Hohn eine „einladende Kirche“ sei. „Es darf sich jeder einbringen und „ich brauche auch Unterstützung“. Dazu wünscht sie sich, dass in der Gemeinde der Wunsch wächst sich bei der Kirche inhaltlich einzubringen und das Interesse entsteht mitzuarbeiten. Die Kirche ist mehr als Pastor und Küster. Die Kirche ist die gesamte Gemeinde.“

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