Brekendorf : Gemeinde fürchtet Baggerseen

Der Kies- und Sandabbau soll im südwestlichen Gemeindegebiet konzentriert werden.
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Der Kies- und Sandabbau soll im südwestlichen Gemeindegebiet konzentriert werden.

Ganz verhindern kann die Gemeinde Brekendorf den Kiesabbau auf ihrem Gebiet nicht, aber sie kann steuernd eingreifen. Davon will die Vertretung jetzt Gebrauch machen. Im Landschaftsplan sollen gezielt Eignungsflächen ausgewiesen werden.

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16. Juli 2014, 14:52 Uhr

Seit fast hundert Jahren werde in der Gemeinde Brekendorf Sand und Kies abgebaut. Das betonte Bürgermeister Gerhard Guthardt jetzt im Gespräch mit der Landeszeitung. Der stete Wunsch der Unternehmen nach neuen Abbauflächen stehe dabei allerdings im Widerspruch zu den Bedenken der Bürger, die von der Abbautätigkeit betroffen sind.

Mit der 1. Fortschreibung des Landschaftsplans will die Gemeinde nun die Grundlage für eine Änderung des Flächennutzungsplans schaffen, um den Rohstoffabbau räumlich und zeitlich zu ordnen. Einstimmig beschlossen die Gemeindevertreter den entsprechenden Entwurfs- und Auslegungsbeschluss in ihrer Sitzung am Dienstag.

„Autobahn 7 und Hindenburgdamm – da ist eine Menge ‚Brekendorf‘ drin“, machte Guthardt das Ausmaß der Kiesförderung in den vergangenen Jahrzehnten deutlich. Und weil die Abbau-Unternehmen neue Flächen für die Rohstoffgewinnung suchen, will sich die Gemeinde durch einen neuen Flächennutzungsplan ein Steuerungsinstrument schaffen. Bisher konnte sie nur auf die Anträge reagieren, weil der bestehende Flächennutzungsplan nur einen weit zurückliegenden Stand wiedergibt ohne spezifische Aussagen zum Rohstoffabbau.

Der Kiesabbau beinhalte grundsätzlich einen Konflikt zum Natur- und Landschaftsschutz, stellte das Planungsbüro „Pro Regione“ aus Flensburg in seinem Gutachten fest, das Grundlage der Fortschreibung des Landschaftsplans ist. Der Aspekt „Landschaftsbild“ habe dabei einen besonderen Stellenwert. Es sei wichtig, die mit dem Abbau verbundenen Eingriffe in Natur und Landschaft sowie die Belastung der Einwohner durch Immissionen und Verkehr zu minimieren.

Der Landschaftsplan sieht vor, den Sand- und Kiesabbau auf das Gemeindegebiet südwestlich der Ortslage zu konzentrieren. Ein Abbau nördlich der Ortslage soll vollständig aus den weiteren Betrachtungen herausgenommen werden.

Demnächst folgen die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange (35 bis 40 Institutionen). Nach dem Sommer gibt es dann eine öffentliche Anhörung, danach erfolgt der Abwägungsbeschluss für den endgültigen Landschaftsplan.

Der nächste Schritt soll die Änderung des Flächennutzungsplans sein, mit dem sich die Gemeinde eine Steuerungsmöglichkeit für den Kiesabbau schaffen kann. „Ein gewaltiger Aufwand“, stellte Guthardt fest: „Aber sonst wäre Brekendorf irgendwann von Baggerseen umgeben, und das Dorf wäre nur noch mit der Fähre zu erreichen.“

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