Gemeinde Aukrug kauft das "Ole Hus" für einen Euro

Gemeinde kauft 'Dat ole Hus': Bürgermeister Nils Kuhnke (links) mit Werner und Edith Hauschildt. Foto: Kühl
Gemeinde kauft "Dat ole Hus": Bürgermeister Nils Kuhnke (links) mit Werner und Edith Hauschildt. Foto: Kühl

Edith und Werner Hauschildt bleiben weiter "im Dienst"

shz.de von
06. Mai 2011, 03:59 Uhr

AUKRUG | Die Gemeinde Aukrug hat "Dat ole Hus" erworben. Kaufpreis: ein Euro. "Das Museum ist ein Wahrzeichen von Aukrug wie die Wassermühle", sagte Bürgermeister Nils Kuhnke bei der gestrigen Vertragsunterzeichnung mit den Eheleuten Hauschildt, "und wir sind froh, dass uns das Museum als Anziehungspunkt für die Gemeinde erhalten bleibt." Ganz wichtig aus der Sicht des Bürgermeisters: "Wir arbeiten weiter mit der Familie Hauschildt zusammen, Frau Hauschildt behält den Restaurationsbetrieb und Herr Hauschildt bietet weiter Führungen an und kümmert sich um kleine Reparaturen."

Vor genau 50 Jahren kauften Edith und Werner Hauschildt das historische Reetdach-Fachwerkhaus in Bünzen, das sie nach und nach zum Volkskunde- und Freilichtmuseum "Dat ole Hus" ausbauten. 6000 Exponate sammelte das Ehepaar seitdem an, unter anderem auch drei kleinere Gebäude (die "Schäferkate", einen Geräteschuppen und ein Toilettenhäuschen), die in anderen Ortsteilen demontiert und dann auf dem Museumsgelände wieder aufgebaut wurden. 1970 erwarb Edith Hauschildt eine Konzession für ein Museums-Café. "Da haben die anderen Museumsbetreiber damals die Nase gerümpft und gesagt Wie kann man in einem Museum eine Gaststätte betreiben?, und wenig später hatten dann alle größeren Museen so ein gastronomisches Angebot", erinnert sich Werner Hauschildt (84 Jahre).

"Das Ole Hus hat sich mit Erfolg zu einem Wahrzeichen für Aukrug entwickelt, und wir von der Gemeinde sind sehr interessiert daran, dass das Museum weiterläuft", betonte Bürgermeister Kuhnke, "in den vergangenen Jahren hat es verschiedene Versuche gegeben, zu diesem Zweck Stiftungen oder Fördervereine zu gründen." Keine dieser Initiativen habe den erwünschten Erfolg gehabt, berichtete der Bürgermeister: "Alle, die man gefragt hat - egal, ob private Förderer oder staatliche Stellen - wollten das Museum gern erhalten und haben uns moralisch unterstützt, aber wenn es ans Eingemachte ging, scheiterte es letztlich am nicht vorhandenen Geld." Im November 2010 entschieden die Aukruger Kommunalpolitiker, dass die Gemeinde selbst den Fortbestand des Museums sicherstellen solle. Mit einem Kaufpreis von einem Euro ist "Dat ole Hus" nur auf den ersten Blick ein Schnäppchen, weiß Kuhnke: "Wir rechnen mit Instandhaltungskosten von jährlich 10 000 bis 15 000 Euro."

Für die Museumsbesucher ändert sich nichts. "Dat ole Hus" ist auch weiterhin sonnabends, sonntags und an Feiertagen von 14 bis 18 Uhr geöffnet. "In der Woche können Gruppen ab 15 Personen Besichtigungstermine vereinbaren", erklärt Edith Hauschildt (76 Jahre). "Auch kulturelle Veranstaltungen wie Vortragsabende oder Dichterlesungen sollen hier weiterhin stattfinden", kündigt Kuhnke an, "und örtliche Vereine können hier ihre Versammlungen abhalten."

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen