Nortorf : Gelungener Start für Kirchenmusiker

 Kommt bei den Kindern gut an:  Ulrich Hein musste den Kinderchor sogar in Gruppen aufteilen.
Kommt bei den Kindern gut an: Ulrich Hein musste den Kinderchor sogar in Gruppen aufteilen.

Großer Ansturm auf den neu gegründeten Kinderchor an St. Martin. Ulrich Hein fühlt sich in Nortorf angekommen.

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03. Dezember 2014, 06:00 Uhr

„Okay. Klasse, das habt ihr richtig gut gemacht“, lobt Ulrich Hein die zweite Gruppe seines neu gegründeten Kinderchores an St. Martin. Gerade drei Mal hat er sich mit ihnen getroffen, musste wegen des großen Interesses die Gruppe sogar teilen. Mehr als 40 Kinder waren zu den ersten Proben gekommen – und nun sangen sie alle schon mit klaren Stimmen: „Benedicamus Domino“ – Lasst uns den Herrn loben. Ulrich Hein versteht die Kinder. Er weiß, wie ihnen das Singen Spaß macht. Für guten Zusammenklang setzt er die Kinder in passenden Stimmgruppen zusammen.

„Zusammen“ ist das Ziel dieser halben Stunde am Nachmittag: Hein klatscht einen Rhythmus vor, die Kinder hören zu und klatschen nach, auch mit den Füßen trampeln ist dabei. Mal perfekt zusammen, dann wieder nicht. Das wird weiter geübt. „Da gibt es welche, die können alles richtig machen“, lobt er die Gruppe. „Sehr gut, wunderbar, ihr könnt ja wirklich alles!“ Für Ulrich Hein ist der Kinderchor kein Selbstzweck. „Ich bin froh, dass es einen Bedarf zu geben scheint. Die Kinder sollen sich wohl fühlen. Das reicht mir schon.“

Seit dem 1. November ist Ulrich Hein der Kirchenmusiker an St. Martin in Nortorf. 1965 in Wuppertal geboren, zog er im Alter von einem Jahr mit seinen Eltern nach Nordfriesland, besuchte dort später das Hermann-Tast-Gymnasium in Husum. Bundeswehr, Studium der Psychologie, Mathematik und Pädagogik in Kiel folgten. In seiner Zeit in Bordesholm studierte Hein Kirchenmusik in Hamburg.

„Nortorf war schon immer reizvoll, der große Chor und das Orchester. Toll, was der Kollege Bongert hier gemacht hat. Das ging weit über das Maß einer üblichen Kirchenmusikerstelle hinaus.“ Seinen Wohnsitz in Bordesholm wird Hein behalten. „Genau 15 Kilometer Fahrt – das schafft einen willkommenen Abstand und Übergang zwischen Zuhause und dem Dienst. Unterwegs singe ich immer wieder die Kinderlieder, damit ich sie auswendig kann.“ Weil der Chor an St. Martin das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach auch auswendig kann, wird es am 13. Dezember Ulrich Heins erstes großes Konzert sein. „Ich finde es toll, dass die Kantorei es im Kopf hat. Zurzeit sind es etwa 70 Mitglieder, das ist eine gute Zahl. Alle sind offen und aufmerksam und werden keine Probleme damit haben, dass ich anders dirigiere. Die sind flexibel, das kriegen die hin“, ist er zuversichtlich. Nicht ohne Grund. Denn Ulrich Hein hat bereits in Bordesholm reichhaltig Orchester-Erfahrungen gesammelt. „Ich werde die Errungenschaften von Chor und Orchester weiter pflegen, erhalten und ausbauen. Ich werde aber auch Werke einstudieren, die keiner kennt.“ Dazu gehört im kommenden Jahr das Passions-Oratorium „Ein Lämmlein geht und trägt die Schuld“ des Bach-Schülers und Thomaskantors Gottfried August Homilius. „Eine anspruchsvolle Herausforderung mit Koloraturen und Chorfugen, die man nicht einfach vom Blatt singt und eine gute Gelegenheit, einander kennen zu lernen“, verrät Hein. „Ich fühle mich sehr wohl hier. Der Start ist gelungen. Das war der richtige Schritt für mich“, fasst Ulrich Hein seine ersten Arbeitswochen in Nortorf zusammen.

Es gibt noch Plätze im Kinderchor. Geprobt wird donnerstags von 15 bis 15.30 Uhr und 15.35 bis 16.15 Uhr. Anmeldungen in der nächsten Probe am 4. Dezember oder unter Telefon 0 43 22/69 20 40.





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