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Hanerau-Hademarschen : Geldsorgen nach Kiez-Spiel

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Ein Privatmann übernimmt die Restkosten für das Fußballspiel gegen den Zweitligisten FC St. Pauli. Mitglieder üben scharfe Kritik am Vorstand des SV Merkur.

„So eine Versammlung hatten wir auch noch nicht“, unter dieser Überschrift wird wohl die jüngste Jahresversammlung des SV Merkur im 101. Jahr in die Vereinschronik eingehen. Schon die Teilnehmerzahl war ungewöhnlich hoch. Nahmen sonst an die 60 Mitglieder an den bisherigen Versammlungen teil, fanden dieses Mal über 90 Zuhörer den Weg zum Sportlerheim auf den Bergen. Ein Grund für die rege Teilnahme dürfte unter anderem das Thema „Kosten für das St.-Pauli-Spiel“ gewesen sein.

Denn was in 2013 als Krönung des Jubiläumsjahres gedacht war, sorgte in der jüngsten Versammlung ab dem Tagesordnungspunkt „Kassenbericht“ für reichlich Unmut und Trubel. Nicht nur der Kassenbestand an sich wurde durch einige Mitglieder angezweifelt, auch die Vorgehensweise beim Zahlen der FC-St.-Pauli-Rechnung (Kosten des Spiels: 17 850 Euro inklusive Mehrwertsteuer) wurde kritisiert.

Vereinsvorsitzender Wilhelm Dobelstein bestätigte, dass er für Restverbindlichkeiten an den Bundesliga-Zweitligisten in Höhe von 5550 Euro die Hilfe eines privaten Gönners in Anspruch genommen habe, der diese Restkosten übernahm. Der Verein zahle nun in Raten diese Verbindlichkeiten an den Privatmann ab. Für diese Vorgehensweise musste sich Dobelstein den Vorwurf des eigenmächtigen Handelns sowie der mangelnden Transparenz bei der Vertragsgestaltung mit den Kiezkickern gefallen lassen. Auch Kassenwart Christian Goebel wurde nicht so schnell aus seiner Verantwortung entlassen und musste sich Fragen zum Defizit in der Vereinskasse (2677,19 Euro) stellen lassen. Zwar konnte er alle Einnahmen (75 600,44 Euro) und Ausgaben (81 696,23 Euro) des Vereins, das dem Sportlerheim gewährte Darlehen in Höhe von 2635,63 Euro sowie die bereits erwähnten Restverbindlichkeiten nachweisen, dennoch schaffte er es nicht, letzte Zweifel aus dem Weg zu räumen. Einige sprachen gar von Missständen im Verein.

Trotz aller Kritik erklärte sich aber niemand in den dann folgenden Wahlen bereit, den Vereinsvorsitz zu übernehmen. Einziger vorgeschlagener Kandidat blieb Wilhelm Dobelstein, für dessen Wahl eine geheime Abstimmung gewünscht wurde. Mit 60 Ja-Stimmen wurde Dobelstein als Vorsitzender des SV Merkur wiedergewählt. 31 votierten gegen ihn, zwei Stimmen waren ungültig, vier Mitglieder enthielten sich.

Nach 18 Jahren verabschiedete sich Anja Thede als Schriftführerin aus dem Vorstand. Ihr folgt nun Stephanie Betka als neue Schriftführerin nach. Neue Beisitzer wurden Thomas Speck, Benjamin Kuhn, Thomas Iwanuk, Jürgen Müller und Thorsten Evers. Nach der aufreibenden Diskussion wird die Kasse nun mehrmals im Jahr durch Jan Henrik Holm und den neuen zweiten Kassenprüfer Frank Rohdewohld geprüft.

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